Dienstag 27. Juni 2017

6. April 2013

Einsätze

Unwetter über Wien!

Hagel und Wassermassen bescherten der Mannschaft der Wiener Feuerwehr am 13. 5. 2003 einen abwechslungsreichen Dienst. Unterführungen wurden überflutet, Straßen verwandelten sich in Wildbäche, Dächer wurden davongetragen und geknickte Bäume stürzten auf Autos.

Blick aus der Feuerwehrzentrale "Am Hof"

Um 15:24 Uhr wurde "Erhöhte Einsatzbereitschaft" ausgelöst, welche erst am folgenden Tag um 01:00 aufgehoben werden konnte. Allein in diesem Zeitraum wurden 548 Einsätze erledigt, was eine enorme logistische Herausforderung darstellt. In den 24 Stunden vom 13. 5. ab 07:30 bis zum 14. 5. um 07:30 Uhr wurde die Berufsfeuerwehr Wien fast 700 mal alarmiert! An einem "normalen" Tag werden im Schnitt ca. 85 Einsätze durchgeführt. Die Verteilung der Einsätze über die Uhrzeit ist dem unten stehenden Diagramm zu entnehmen.

Zeitgleich mit dem Unwetter kam es um 16:25 Uhr in der Schottenfeldgasse zum Vollbrand einer Wohnung. Der Brand konnte mit einem Rohr unter Atemschutz rasch gelöscht werden. Eine Schildkröte und ein Frettchen wurden aus der völlig verrauchten Wohnung geholt und an die Besitzerin übergeben. Aus Dankbarkeit biss das Frettchen den Feuerwehrmann, der es gerettet hatte, herzhaft in den Finger. Alle beteiligten Kollegen zeigten aufrichtiges Mitleid - mit dem Frettchen! Es hat sich aber entgegen anders lautenden Gerüchten keine Infektion geholt ...

So ähnlich sah das Untier aus

Hagelkörner, welche teilweise die Größe von Hühnereiern erreichten, verwandelten weite Teile der Stadt in eine Winterlandschaft und beschädigten zahlreiche Autos. Ein besonders gewitzter Fahrer brachte sein nagelneues Fahrzeug in einer Unterführung vor dem Hagel in Sicherheit. Leider wurde das Auto dann von den Wassermassen überflutet, die alte Redewendung "Vom Regen in die Traufe kommen" wurde in diesem Fall Realität.

Zwei Personen mussten aus einem Kellerlokal vor dem sicheren Ertrinkungstod gerettet werden. Das hatte allerdings nichts mit dem Unwetter zu tun, sondern mit dem konsumierten Alkohol. Die beiden Zecher hatten verletzungsbedingt Gipsbeine und wurden beim Trinken durch Wasser von unten überrascht. Die Gipsbeine wurden durch Hochlagern in Sicherheit gebracht und dann wurde weiter gebechert. Nach dem Eintreffen der Feuerwehr mussten die beiden ganz und gar nicht mehr nüchternen Männer durch das knöcheltiefe Wasser in trockene Bereiche getragen werden, das Lokal wurde ausgepumt.

Pausenlose Auspumparbeiten

Das Unwetter brachte einen Dauereinsatz für die Mitarbeiter der Wiener Feuerwehr, wobei einerseits auf Grund umgefallener Bäume Straßen und Häuser zu sichern waren und andererseits zahlreiche Keller ausgepumpt werden mussten. Im Namen der Wiener Stadtregierung dankte die für die Feuerwehr zuständige Stadträtin Mag. Brauner den KollegInnen der Wiener Berufsfeuerwehr für ihren unermüdlichen Einsatz.

Im Verlauf des Abends startete die Feuerwehr auch eine Suchaktion nach einem im Unwetter vermissten 4-jährigen epileptischen Kind. Dank der Unterstützung durch die Suchhundestaffel des Wiener Landesfeuerwehrverbandes und gemeinsam mit dem Katastrophenhilfsdienst konnte das Kind in der Lobau rechtzeitig gefunden und geborgen werden.

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