Donnerstag 30. März 2017

6. April 2013

Einsätze

Gerüsteinsturz!

Am 18. 6. 2003 war um ca. 08:00 Uhr bei Arbeiten mit einer Betonpumpe mit Gelenkarm eine über zwei Ebenen geschalte und armierte Decke im Ausmaß von rund 200 qm ca. acht Meter tief abgestürzt. Dabei wurden vier Bauarbeiter in die Tiefe mitgerissen. Zwei Arbeiter konnten sich mit offensichtlich leichteren Verletzungen selbst aus dem Gefahrenbereich entfernen, einer wurde von anderen Bauarbeitern geborgen und bereits betreut, ein weiterer Bauarbeiter lag mit Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung im eingestürzten Bereich im flüssigen Beton, er wurde gemeinsam mit dem Rettungsdienst mit einer Schaufeltrage aus dem Gefahrenbereich geborgen.

Alle Verletzten wurden erstversorgt und anschließend mit Rettungsfahrzeugen und mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht.

Der Einsturzbereich wurde abgesperrt, da weitere zwei Drittel der zum Betonieren vorbereiteten Decke derart verschoben waren, dass akute Einsturzgefahr gegeben war. Laut Auskunft der Baufirma war kein weiterer Arbeiter in diesem Bereich der Baustelle beschäftigt, es konnte aber nicht ausgeschlossen werden, dass andere Personen unter den Trümmern lagen.

Es wurde die Rettungshundestaffel angefordert, von den Spürhunden wurden keine Anzeichen von weiteren Verschütteten gemeldet. Weitere Untersuchungen und eine Überprüfung der Hohlräume mit einer Spezialkamera verliefen ebenfalls negativ.

Im betroffenen Bereich mussten alle Bauelemente (Pölzrohre, Schalungstafeln usw.) und der festwerdende Beton mit Schaufeln, einem Radlader der Baufirma, einem Kranfahrzeug und der Winde eines Bergelöschfahrzeuges entfernt werden. Der Beton wurde mit Feuerwehrgerät und Mulden der Baufirma abtransportiert, das andere Baumaterial wurde im Bereich der Baustelle deponiert.

Zur Einsatzkoordination und Verpflegund der körperlich extrem beanspruchten Einsatzkräfte wurden die Wechselaufbauten "Einsatzleitung" und "Betreuung" bereitgestellt. Auch der Katastrophenzug der Rettung verblieb während der gesamten Dauer des Einsatzes vor Ort.

In Absprache mit der Baufirma wurde die Betonpumpe - das Endrohr des Teleskopmastes lag auf der einsturzgefährdeten Armierung auf - in ihrem Zustand belassen. Weitere Sicherungsmaßnahmen und der Abbau der verbliebenen Bauelemente erfolgte durch die Firma - in Abstimmung mit dem Arbeitsinspektorrat - selbst.

Während des Einsatzes wurde der gesamte Bereich von der Polizei abgeriegelt. Insgesamt waren neben den Sonderfahrzeugen fünf Löschgruppen abwechselnd im Einsatz.

Bei den Aufräumarbeiten wurde ein Oberfeuerwehrmann leicht verletzt.
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