Montag 18. Dezember 2017

6. April 2013

Einsätze

Saunabrand: Der ultimative Aufguss!

Am 20. 9. 2003 war es wenige Minuten nach Mitternacht im ca. 400 Quadratmeter großen Saunabereich des Waldbades Penzing zu einem Brand gekommen. Beim Eintreffen der ersten Löschkräfte stand der gesamte Saunabereich in Vollbrand und das Feuer war bereits an mehreren Stellen durch das Dach gebrochen. Gleichzeitig mit der Anforderung von Ergänzungskräften wurde von der ersten Löschgruppe ein Rohr über die Hauptterasse auf das Flachdach der Schwimmhalle vorgenommen, bis zum Saunabereich vorgetragen und nach Einschlagen der dortigen Zugangstüre im Innenangriff vorgenommen. An der Rückseite der Schwimmhalle wurde eine Drehleiter in Stellung gebracht über die ein Rohr im Außenangriff zur Bekämpfung des Dachbrandes eingesetzt wurde. Von einer weiteren Löschgruppe wurde ein weiteres Rohr im Innenangriff über den Haupteingang und die Schwimmhalle in den Saunabereich vorgenommen. Durch diesen umfassenden Löschangriff konnte die Intensität des Brandes gebrochen und das Feuer bis auf Glutnester gelöscht werden. Von zwei weiteren Löschgruppen mussten umfangreich Aufräum- und Nachlöscharbeiten durchgeführt werden. Durch den Brand war es zu einer nahezu vollständigen Verrauchung des gesamten Bauwerks gekommen. Zur Brandrauchentlüftung – insbesondere der Schwimmhalle – wurde der Großventilator des Wechselladers „Lüftung“ zum Einsatz gebracht. Außerdem waren punktuell drei Hochleistungslüfter in Verwendung. Die Wasserversorgung wurde bei diesem Einsatz über einen am Gelände befindlichen Hydranten, mit einem Großtanklöschfahrzeug und mit einer Tauchpumpe im Hauptschwimmbecken sicher gestellt. Für die Ermittlung der Brandursache wurde die Kriminalpolizei angefordert. Nachdem die Löscharbeiten abgeschlossen waren und die Brandstelle abgekühlt war, wurde der Bereich mit Brandmittelspürhunden der Polizei begangen. Brandbeschleuniger – diese Hunde würden auch kleinste Mengen davon erschnüffeln und das melden – wurden dabei nicht festgestellt. Die Ermittlungen in diesem Fall sind noch nicht abgeschlossen, bei ähnlichen Schadensereignissen in der Vergangenheit waren technische Defekte oder eine Wärmeübertragung durch Befestigungsmaterial des Saunaofens die Brandursache.

Rauchschäden im gesamten Objekt Das blieb vom Ruheraum Abgeschmolzene Lichtkuppel Links war die Dampfkammer, rechts die Saunakammer Der letzte Aufguss war eindeutig zu heiß!

Fotos: Georg Rieder
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