Mittwoch 28. Juni 2017

6. April 2013

Einsätze

Schifferlversenken unerwünscht!

Schifferlversenken – früher auf kariertem Papier und heute meist auf dem PC gespielt – ist seit langem ein beliebter Zeitvertreib. In der Realität durchgeführt ist es jedoch weniger lustig, da damit eine Umweltgefährdung einhergeht und das mag die Feuerwehr gar nicht.

Erste Erkundung

Am 5. 12. 2003 um 12:14 Uhr wurde die Feuerwache „Leopoldstadt“ zu einem sinkenden Schiff alarmiert. Bereits fünf Minuten später waren die Einsatzkräfte vor Ort und eine erste Erkundung ergab, dass ein an einem Lastenkahn verheftetes Schubschiff langsam sank.

Vorbereiten der Unterwasserpumpen

Dieses Schubschiff befand sich in einer Umbauphase und im Maschinenraum waren von Unbekannten zwei Ventile geöffnet worden, wodurch das Boot mit Wasser geflutet wurde. Durch den sofortigen Einsatz dreier Unterwasserpumpen konnte der Schiffsrumpf soweit entleert werden, dass das Schließen der offenen Ventile möglich wurde.

Der Fotograf wollte mit dieser Aufnahme offensichtlich ein heilloses Durcheinander darstellen, der Einsatz lief aber ausnahmsweise geordnet ab!

Da das ausgepumpte Wasser mit Ölrückständen aus dem Maschinenraum verunreinigt war, wurde unterhalb der Anlegestelle eine Ölsperre errichtet. Mit dem Mehrzweckboot wurde Bioversal – ein biologisch wirksames Mittel zur Beschleunigung des Ölabbaues – auf die Wasseroberfläche aufgebracht. Der Uferbereich wurde ebenfalls mit diesem Mittel mit einer Motorspritze gereinigt.

Mehrzweckboot im Einsatz

Eine Gefährdung der Umwelt konnte durch diesen relativ aufwändigen Einsatz verhindert werden. Auch die Umweltstadträtin Frau Dipl. Ing. Kossina überzeugte sich an der Einsatzstelle von der Effizienz der getroffenen Maßnahmen.

Reinigung der Ufer (wegen zahlreicher Anfragen wird betont, dass es sich um ein Strahlrohr handelt!)

Die Ölsperre konnte erst in den späten Abendstunden entfernt werden, die Ermittlungen gegen die Verursacher durch die Polizei dauern noch an. Sollte ein Schuldiger gefunden werden, wird es für ihn – unabhängig von den strafrechtlichen Problemen – jedenfalls teuer: die Feuerwehr war mit 45 Mann ca. acht Stunden im Einsatz und das wird dem Verursacher verrechnet. Von Scherzen, die einen Feuerwehreinsatz nach sich ziehen, muss daher an dieser Stelle dringend abgeraten werden!

Viele Hände, rasches Ende

Schadensbegrenzung durch Ölsperre

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