Freitag 28. April 2017

6. April 2013

Einsätze

Tödlicher Fenstersprung

Am 24. 12. 2003 wurde die Feuerwehr um 18:32 zu einem Zimmerbrand in der Reinprechtsdorfer Straße alarmiert. Beim Eintreffen der Löschkräfte aus "Mariahilf" schlugen Flammen aus den Fenstern der Wohnung im vierten Stock und drohten auf das fünfte Obergeschoß überzugreifen. Eine männliche Person war vor der Ankunft der Feuerwehr aus einem Fenster der Brandwohnung gesprungen und lag auf dem Gehsteig vor dem Haus. Es wurde sofort versucht, den Mann zu reanimieren, er verstarb aber noch an der Einsatzstelle.

Der Brand wurde mit einem Rohr unter Atemschutz im Innenangriff und einem Rohr im Außenangriff bekämpft. Gleichzeitig wurde mit der Evakuierung von Personen begonnen. Die für Rettungszwecke in Stellung gebrachte Drehleiter musste nicht für diesen Zweck verwendet werden, vier Personen konnten mit Fluchtfiltermasken über das Stiegenhaus in Sicherheit gebracht werden.

Die Wohnung und das Stiegenhaus wurden mit einem Hochleistungslüfter entraucht, alle umliegenden Wohnungen mussten teilweise gewaltsam geöffnet werden, um jede Gefahr hintanzuhalten.

Bei diesem Einsatz wurde "Alarmstufe 2" ausgelöst, was bedeutet, dass eine zweite Löschbereitschaft die Einsatzstelle anfährt. Die Kräfte aus "Favoriten" waren nicht in den Einsatz eingebunden, standen aber unter Atemschutz in Bereitschaft.

In der unter der Brandwohnung liegenden Wohnung kam es zu einem Wasserschaden, allerdings nicht durch das Löschwasser, sondern wegen einem geplatzten Heizungsrohr.

Eine Katze aus der Brandwohnung wurde bis zum Eintreffen der Tierrettung in Gewahrsam genommen. Die Katze wurde von Nachbarn in einem Transportkäfig am Gang aufgefunden.

Wichtiger Hinweis für FeuerwehrkalenderbesitzerInnen: Einsatzleiter (rechts) ist Mister Februar 2004!

Die Ermittlungen bezüglich der Brandursache sind noch nicht abgeschlossen. Zur Zeit stellt sich die Situation so dar, dass der Wohnungsinhaber seine Katze nach dem Brandausbruch in einen Käfig setzte und diesen anschließend auf den Gang stellte. Danach dürfte er aus unbekanntem Grund noch einmal in die Wohnung zurück gegangen sein, wo er von der schlagartigen Brandausbreitung überrascht wurde und keine andere Möglichkeit als den Sprung aus dem Fenster sah.
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