Donnerstag 17. August 2017

6. April 2013

Einsätze

Ungewöhnlicher Einsatz "Loser Ast"

Dass auch alltägliche Einsätze einen schwierigen Verlauf nehmen können beweist eine Intervention wegen einem losen Ast am 22. 4. 2004. Im Hinterhof einer Liegenschaft auf der Linzer Straße befand sich ein ca. 25 Meter hoher Baum, von dem bereits am Vormittag ein Ast abgebrochen und herunter gefallen war. In den Abendstunden verständigten besorgte Hausbewohner die Feuerwehr, da ein weiterer, ca. 10 Meter langer Ast mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern gebrochen war und abzustürzen drohte.

Wenn man von derartigen Ästen getroffen wird, sind negative Folgen für die Gesundheit zu befürchten!

Nach einer ersten Erkundung wurde festgestellt, dass sich der gesamte Baum in einem derart schlechten Zustand befand, sodass jederzeit mit dem weiteren Abbrechen von Ästen gerechnet werden musste. Der Zugang zur Stiege 2 des Objektes ist nur durch einen schmalen Durchgang durch das Gebäude der Stiege 1 und über den Innenhof möglich. Dadurch war eine akute Gefährdung aller Bewohner der Stiege 2 beim Zugang zu ihren Wohnungen gegeben! Durch die geringen Abmessungen der Hofeinfahrt und die örtlichen Gegebenheiten auf den Nachbargrundstücken war es mit den Mitteln der Feuerwehr nicht möglich den Baum – noch dazu bei Dunkelheit – ohne unnötig großer Gefährdung des Einsatzpersonals zu fällen. Zudem können bei Fällarbeiten in der Nacht erhebliche Beschädigungen nicht ausgeschlossen werden.

Der Baum des Anstoßes

Aus diesem Grund wurde im Einvernehmen mit dem Hauptinspektionsoffizier, dem Permanenzingenieur und der zuständigen Dienststelle der Magistratsdirektion beschlossen, die Bewohner der Stiege 2 über Nacht zu evakuieren. Das Objekt wurde von der Feuerwehr geräumt, der Großteil der Bewohner verbrachte die Nacht bei Verwandten. Der Durchgang zum Innenhof wurde mit Absperrband gesichert und es wurden entsprechende Informationsschreiben aufgehängt. Die erforderlichen Ersatzquartiere wurden von der Magistratsdirektion organisiert. Der Baum wurde am nächsten Tag fachgerecht abgetragen. Alles in allem ein eher ungewöhnlicher Einsatzverlauf bei der Routineintervention „Loser Ast“. Das Ziel, jede Gefährdung von Personen hintan zu halten, konnte jedenfalls erreicht werden!

Alles Gute kommt von oben: Dem Kollegen links im Bild wird in diesem Moment die Tragweite des Einsatzes bewusst!

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