Montag 18. Dezember 2017

6. April 2013

Einsätze

Gasexplosion in Wohnhaus!

Aus noch nicht feststellbarer Ursache war es am 15. 8. 2004 um ca. 10:50 Uhr in einer Wohnung im ersten Geschoss des Objektes Ecke Pohlgasse 33 und Rothenmühlgasse 57 zu einer heftigen Gasexplosion gekommen. Dabei waren drei Personen verschüttet worden.

Bereits fünf Minuten nach dem Alarm trafen die Kräfte der Hauptfeuerwache „Mariahilf“ an der Einsatzstelle ein. Sofort wurden zwei Personen aus der Nebenwohnung, welche sich unter den Mauerteilen der Wohnungstrennwand befanden, nach händischem Entfernen der Ziegel aus ihrer Zwangslage befreit und mit leichten Verletzungen an den Rettungsdienst übergeben.

Der Wohnungsinhaber der betroffenen Wohnung wurde mit Verbrennungen und Verletzungen unbestimmten Grades nicht ansprechbar vorgefunden. Nach Entfernen der herabgestürzten Deckenteile wurde der schwer Verletzte mit einer Kübelspritze gekühlt und – unterstützt durch den Rettungsdienst – mit einer Schaufeltrage aus dem Gefahrenbereich gebracht. Die Person erlag am 19. 8. 2004 ihren schweren Verletzungen. Bei der Ankunft der Feuerwehr befanden sich auch mehrere leicht verletzte Bewohner (Schnittverletzungen durch geborstenes Glas) auf der Rothenmühlgasse vor dem Haus.

Gleichzeitig mit der Rettung der Verletzten wurde der im Keller befindliche Gashaupthahn und sämtliche Wasserleitungsstränge geschlossen, die im Eingangsbereich befindlichen Haussicherungen wurden abgehoben. Umgestürzte Gangmauerteile versperrten vorerst den Zugang zu der anderen Nachbarwohnung, wodurch zwei Personen in dieser Wohnung eingesperrt waren. Nach Entfernen der Ziegel konnte ein Zugang geschaffen und die beiden Personen unbeschadet ins Freie gebracht werden.

Daraufhin wurden sämtliche Wohnungen im betroffenen Objekt von der Feuerwehr kontrolliert, versperrte Wohnungen wurden gewaltsam geöffnet. Die dabei vorgefundenen Wohnparteien wurden jeweils in Begleitung eines Feuerwehrbeamten ins Freie gebracht.

Nach erfolgter Evakuierung wurden im Zuge einer Begehung folgende Schäden festgestellt: Unterhalb der Schadenswohnung waren fünf Deckenträme geknickt, in der Pohlgasse waren straßenseitig fast alle Fenster geborsten. Die Wohnungstrennmauer in der Schadenswohnung war komplett in die Nebenwohnung gestürzt.

Sämtliche Fenster waren samt Fensterflügel ausgerissen, die Gangmauer war ausgedrückt und die Wohnungstüre der Schadenswohnung und die der Nachbarwohnungen waren total zerstört. In einer Nachbarwohnung waren drei hofseitige Fenster komplett aus der Mauer gerissen, in der anderen war eine Trennmauer in die Wohnung gestürzt.

Sämtliche hofseitigen Gangfenster waren stark beschädigt, durch die Druckwelle waren mehrere Wohnungstüren aufgepresst worden. Auch in der darüber liegenden Wohnung War eine Trennwand umgestürzt. Parallel zum Fußboden konnten Risse in der Außenmauer festgestellt werden. Die Feuermauer zum Nachbarobjekt in der Pohlgasse war vom ersten bis zum zweiten Obergeschoss vertikal aufgerissen.

Durch die Druckwelle wurden auch bei den Nachbarobjekten Fenster zerstört, weiter Beschädigungen waren durch herabfallende Fensterteile verursacht worden. Auch mehrere auf der Straße geparkte Fahrzeuge wurden beschädigt.

Nach Absprache mit dem Permanenzingenieur wurde im Schlafzimmer der unterhalb liegenden Wohnung eine Notpölzung errichtet. Der Schutt aus der Schadenswohnung wurde ausgeräumt und im Hof abgelegt. Die Gasleitung im Keller wurde vom Störtrupp der Wien Gas gesperrt, von Wien Strom wurde die Hauszuleitung gesperrt. Mit einer Drehleiter wurden sämtliche zur Pohlgasse weisenden beschädigten Fenster ausgeglast.

Nachdem die Wohnparteien in Begleitung von Sicherheitswachebeamten ihre Papiere und Kleidung aus ihren Wohnungen geholt hatten, wurden die Wohnungen mit vorhandenen Schlüsseln versperrt bzw. ins Schloss gezogen. Während des Einsatzes wurden alle betroffenen Bewohner vom K-Zug der Wiener Rettung betreut.

Von der zuständigen Fachabteilung der Gemeinde Wien wurden die nötigen Maßnahmen zur Beschaffung von Ersatzwohnungen für sämtliche Bewohner des Hauses getroffen. Von der MA 48 wurden Gehsteig und Straße im betroffenen Bereich gereinigt und eine Abschrankung des Gehsteiges sowie des Parkstreifens entlang des Hauses Pohlgasse 33 errichtet.

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