Donnerstag 17. August 2017

6. April 2013

Einsätze

Neue Rekordanzahl an Einsätzen im Jahr 2004: 33649!

In der Silvesternacht mussten von der Wiener Feuerwehr ca. 150 zusätzliche Einsätze – meist Brände, welche von Feuerwerkskörpern verursacht worden waren – abgewickelt werden. Diese Zahl erscheint auf den ersten Blick eher gering, da beispielsweise bei einem Sturm mit dem doppelten zusätzlichen Aufkommen gerechnet werden kann. Man muss sich aber vor Augen halten, dass diese 150 Einsätze in einem Zeitraum von nur zwei Stunden anfielen! Kurzzeitig wurde daher auch „Erhöhte Einsatzbereitschaft“ ausgelöst. Alle Mitarbeiter waren in der Zeit nach Mitternacht extrem gefordert, da es neben den „normalen“ brennenden Mistkübeln usw. zu einer Gleichzeitigkeit von mehreren Brandschadensereignissen gekommen war, bei denen bis zu zwei Rohre vorgenommen werden mussten. Es muss an dieser Stelle betont werden, dass in dieser Situation nicht nur das Einsatzpersonal vor Ort sondern auch die Kollegen in der Nachrichtenzentrale bis an die Grenzen der Leistungsfähigkeit beansprucht wurden! Hier eine Auswahl der sich überlappenden Brandeinsätze: 1. 1. 2005, Einsatznummer 10 um 00:11 Uhr Zimmerbrand Durch einen Feuerwerkskörper war eine Fensterscheibe eingeschlagen worden und in weiterer Folge war es zu einem Zimmerbrand gekommen. Nach gewaltsamem Öffnen der Wohnungstüre wurde der Zimmerbrand unter Atemschutz mit einer Kübelspritze gelöscht. Die Türe wurde anschließend provisorisch verschlossen, die Entrauchung erfolgte mit einem Ringlüfter. Einsatznummer 11 um 00:11 Uhr Zimmerbrand Auf Grund eines fehlgeleiteten Feuerwerkskörpers war eine Holzstellage am Balkon zu einer Wohnung in Brand geraten. Der Brand war bei Eintreffen der Feuerwehr von weitem sichtbar und wurde unverzüglich mit einem Rohr gelöscht. Der betroffene Balkon wurde anschließend von der Drehleiter „Döbling“ in Augenschein genommen und das Brandgut im erforderlichen Ausmaß ausgeräumt. Einsatznummer 12 um 00:13 Uhr Brand Vermutlich durch eine Silvesterrakete, welcher durch eine zerbrochene Oberlichte in ein Postlager geschossen worden war, war es zum Brand von Versandstücken und Einrichtungsgegenständen gekommen. Der Brand wurde mit einem Rohr unter Atemschutz im Innenangriff nach gewaltsamen Öffnen zweier Zugangstüren bekämpft. Gleichzeitig wurde nach Einschlagen der Fenster der Brand mit einem zweiten Rohr im Außenangriff eingedämmt. Weiters wurde ein Stiegenhaus der Betriebsanlage und die Lagergalle mit einem Hochleistungslüfter belüftet. Durch diese Maßnahmen konnte eine Brandausbreitung innerhalb der Lagerhalle verhindert werden. Bei diesem Einsatz wurde ein Feuerwehrmann durch Glassplitter leicht verletzt.

Einsatznummer 23 um 00:30 Uhr Zimmerbrand Aus unbekannter Ursache war eine ca. 3x3 Meter große Holzhütte, welche mit diversem Gerümpel voll gelagert war, in Brand geraten. Der Brand wurde vom über ein Nachbarobjekt mit einem Rohr unter Atemschutz angegriffen. Nach gewaltsamem Öffnen des Zuganges zum Hof durch den Keller wurde der Brand mit einem zweiten Rohr bekämpft und in weiterer Folge gelöscht. Durch die intensive Brandeinwirkung waren Fenster in der darüber liegenden Wohnung geborsten. Die Wohnungstüre wurde gewaltsam geöffnet und die verrauchte Wohnung durch Öffnen der Fenster gelüftet. Einsatznummer 36 um 00:44 Uhr Dachbrand Aus unbekannter Ursache war am Dach im Bereich eines Dachflächenfensters eines Einfamilienhauses ein Brand ausgebrochen. Nach Aufsteigen über die Schiebetür wurde festgestellt, dass sich der Brand bereits ins Dachinnere ausgebreitet hatte. Der Brand wurde mit einem Rohr im Außenangriff gelöscht. Weiters wurde die Dachhaut während der Brandbekämpfung im erforderlichen Ausmaß (15 m²) geöffnet um die vorhandenen Glutnester abzulöschen. Vom Rüstlöschfahrzeug „Donaustadt“ und dem nachalarmierten Rüstlöschfahrzeug „Liesing“ wurde das Dach provisorisch mittels Folienplane abgedichtet, wobei zwei Hakenleitern verwendet wurden. Einsatznummer 41 um 01:01 Uhr Zimmerbrand Aus bisher noch ungeklärter Ursache war im gegenständlichen Objekt ein Brand in der Dachkonstruktion entstanden, wobei bereits dichte Rauchschwaden in das Freie austraten. Die im Objekt befindliche Wohnungsinhaberin sowie deren Sohn wurden nach gewaltsamen Eindringen in das stark verrauchte Objekt, mit Rauchgasvergiftungen gerettet, mittels Sauerstoffbeatmungseinheit erstversorgt und in weiterer Folge an den Rettungsdienst übergeben. Das Dach bestand aus einer Holz-, Dachpappen-, Heraklit- und einer Eternitkonstruktion. Für die Brandbekämpfung musste die Dachhaut im erforderlichen Ausmaß von ca. 10 m² gewaltsam geöffnet werden, sodass der Brand mit einem Rohr im Außerangriff und einem Rohr im Innenangriff unter Atemschutz abgelöscht werden konnte. Im Jahr 2004 wurden von der Feuerwehr der Stadt Wien 33649 Einsätze durchgeführt, so viele wie nie zuvor! Der letzte Einsatz im Jahr 2004 war ein Kleinbrand im 21. Wiener Gemeindebezirk, der erste Einsatz im Jahr 2005 war ebenfalls ein Kleinbrand im 23. Bezirk. Es besteht der dringende Verdacht, dass im neuen Jahr noch viele, viele Einsätze folgen werden. Die FIREFIGHTER-Redaktion wünscht allen Feuerwehrfrauen und –männern, dass sie von allen Einsätzen wieder gesund und unversehrt einrücken!

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