Donnerstag 30. März 2017

6. April 2013

Einsätze

Sehr ungut: Gefahrennummer 639!

Am 4. 08. 2005 gegen 15:40 Uhr waren infolge der starken Sonneneinstrahlung und der damit verbundenen Hitze unter der Plane eines Sattelauflegers sämtliche Verschlusskappen von Kunststoffgebinden durch die Druckentwicklung in den Behältern undicht geworden.

Die eintreffenden Feuerwehrkräfte wurden vom zuständigen Lagerleiter eingewiesen. In der Erstphase wurde da betroffene Gelände (Laderampe, Ladehof) großräumig abgesperrt und sämtliche Mitarbeiter aus dem Gefahrenbereich evakuiert sowie ein dreifacher Brandschutz errichtet. Sämtliche Einfahrten der Lagerhalle und alle Fenster des darüber befindlichen Verwaltungsbereiches wurden geschlossen.

Laut Aussage des Lagerleiters war im Umfeld des LKWs ein stark beißender senfartiger Geruch wahrnehmbar. Außerdem gab er an, dass sich eine Flüssigkeitslacke unter einer Palette gebildet hatte.

Zwecks Erkundung wurde ein Trupp des Universallöschfahrzeuges „Leopoldstadt“ unter Schutzstufe 3 (Vollkörperschutz) zum Einsatz im unmittelbaren Gefahrenbereich (Wirkzone) gebracht. Im Zuge der Erkundung wurden sämtliche Holzkisten in denen sich die Kunststoffkanister befanden, geöffnet. Die Holzkisten waren mit dem Gefahrenzettel 6.1 und 3 ordnungsgemäß gekennzeichnet. In den Kisten befanden sich die undichten Kunststoffkanister befüllt mit Allylisothiocyanat (UN-Nr.: 1545, Gefahrennummer 639).

Vom zweiten Trupp des 2. Rüstlöschfahrzeuges „Landstraße“ wurde unter Schutzstufe 3 begonnen, sämtliche Kunststoffkanister in die vom Wechsellader-Umweltschutz „Liesing“ bereitgestellten Bergefässer umzuladen und dicht zu verschließen. Für die Tätigkeit des Umladens waren noch zwei Trupps unter Schutzstufe 3 im Einsatz. Insgesamt wurden fünf Bergefässer a 300 Liter und ein 200 Liter Bergefass befüllt. Vom Lagerleiter wurden zusätzlich zwei Bergefässer a 300 Liter zur Verfügung gestellt und ebenfalls befüllt.

Alle eingesetzten Trupps unter Schutzstufe 3 sowie das Dekontaminationspersonal und sämtliche verwendete Gerätschaften wurden vom Dekontaminationsfahrzeug „Liesing“ dekontaminiert. Die Verschlossenen Fässer wurden von LKW 1 „Zentrale“ unter Begleitung einer Löschgruppe 1. Bergelöschfahrzeug „Zentrale“ zwecks Entsorgung zur EBS gebracht. Die Ladefläche des LKWs wurde ebenfalls dekontaminiert.

Da nach Abschluss der Reinigung des LKWs immer noch ein unangenehmer Geruch im Bereich der Ladefläche wahrnehmbar war, wurde mit dem Lagerleiter vereinbart, dass das Fahrzeug mit offenen Seitenwänden (Hochgeklappte Plane) im Ladehof zwecks Durchlüftung abgestellt bleibt. Die Fahrzeugkabine des Zugfahrzeuges wurde mittels vorhandenen Schlüssels versperrt und dieser wurde ebenfalls dem zuständigen Lagerleiter übergeben. Zwecks weiterer Veranlassung bezüglich des Sattelzuges informiert der Lagerleiter die Spedition.
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