Donnerstag 27. April 2017

6. April 2013

Einsätze

Schiffskollision auf der Donau!

Vom Stromkilometer 1930 stromabwärts aus gesehen waren am 12. 08. 2005 um 07:15 Uhr folgende Pontons bzw. Schiffe verheftet: Der ca. 100 m lange mit Treibstoff (Schiffsdiesel) gefüllte Tankponton „Eiltank (ET) 52“ auf welchem zum Unfallszeitpunkt zum Zwecke des Betankens das ca. 50 m lange Frachtschiff „Folyos 3“ verheftet war. Dahinter ein Ponton mit einer Größe von ca. 5 x 10 m, auf welchem das beladene ca. 16 m lange Kleintankschiff „Donau-Plus“ verheftet war. Dahinter das leere, ehemals mit Schiffsdiesel befüllte, ca. 100 m lange Tankschiff „Prottes“ auf welchem das ca. 100 m lange volle Tankschiff ET 33 verheftet war. Auf dem Schiff ET 52 befand sich ein Tankwart. Die Schiffe ET 33 und „Folyos 3“ und ein in der Fahrrinne auf die Betankung wartendes Frachtschiff waren ebenfalls besetzt.

Zum derzeitigem Stand kann von folgendem Unfallhergang ausgegangen werden: Aus unbekannter Ursache rammte das mit ca. 20 km/h fahrende von Bratislava kommende, also stromaufwärts fahrende, ca. 112 m lange mit ca. 200 Personen besetzte Passagierschiff „Viking Star“ das Tankschiff „Prottes“. Hierbei wurde der ET 33 vom Tankschiff „Prottes“ abgerissen und in weiterer Folge durch dieses das kleine Ponton versenkt. Das daran hängende Kleintankschiff „Donau-Plus“ wurde abgerissen und trieb führerlos in der Donau. Durch das entlang des Wurfes stromaufwärts geschobene Schiff „Prottes“ wurden die Befestigungseinrichtungen des ET 52 schwer beschädigt. Weiters wurde ein Strombock und div. Uferbepflanzungen beschädigt. Das Schiff „Prottes“ kam letztendlich teilweise auf dem Wurf liegend, zwischen diesem und dem ET 52 zum Stillstand.

Das Schiff „Folyos 3“ legte in der Folge ab und suchte eine sichere Position in der Fahrrinne auf. Das treibende Schiff ET 33 wurde von der Besatzung unter Kontrolle gebracht. In weiterer Folge fing die Besatzung mit Ihrem Schiff das ohne Besatzung führerlos treibende Schiff „Donau Plus“ ab und verheftet sich anschließend mit diesem stromaufwärts am Wurf.

Das Passagierschiff glitt rückwärts von der Unfallstelle weg und konnte sich aus eigener Kraft am stromabwärts liegenden Personenterminal Wien an einem anderen Schiff der Fa. Viking Danube Cruises längsseits verheften.

Durch den Zusammenprall war es zu folgenden weiteren Beschädigungen gekommen: Beim leeren Tankschiff „Prottes“ wurden drei Kammern leckgeschlagen, wobei sich das Leck einer Kammer oberhalb der Wasseroberfläche befand. In den Kammern 7 und 11 konnte ein Wassereintritt festgestellt werden. Beim kleinen Tankschiff „Donau-Plus“ wurde der Führerstand komplett zerstört und beim Personenschiff „Viking Star“ wurde der Bugbereich deformiert. Weiters waren bei den anderen beteiligten Schiffen diverse Deformationen aufgetreten bzw. wurden die Befestigungseinrichtungen abgerissen oder schwer beschädigt.

Weiter wurde der auf dem ET 52 befindliche Tankwart leicht verletzt.

Von der Feuerwehr wurden folgende Maßnahmen gesetzt: Es wurde das kleine Ponton mit vorhandenen Anschlagmitteln durch Taucher befestigt und teilweise auf den Wurf gezogen. Da in der Erstphase nicht gesichert war, ob die Stahltrossen des Pontons noch tragsicher sind wurde das KRF (Kranfahrzeug) „Fl“, der WKB (Wechsellader Kranbegleitung) „Ls“ und der WSW (Wechsellader Schwerwerkzeug) „LS“ in Bereitstellung an die Einsatzstelle alarmiert.

Weiters wurde das Tankponton ET 52 auf dem sicher, eben halb am Wurf zu liegen gekommenen, Tankschiff „Prottes“ mit vorhandenen Anschlagmittel gesichert und somit ein Abtreiben bzw. Losreißen verhindert.

Die Leckagen in den beiden leeren Kammern des Tankschiffes „Prottes“ wurden durch Feuerwehrtaucher von innen mittels Holzkeile unter Atemschutz provisorisch abgedichtet. Für die Dauer der Vorbereitungsarbeiten dieser Maßnahme wurde ein provisorischer Verschluss hergestellt.

Um die Schiffe auf Ölaustritt kontrollieren und eventuelles Treibgut bergen zu können wurden durch die Besatzungen des TRF (Taucherrüstfahrzeug) ein A-Boot (Arbeitsboot) und das MZ-Boot (Mehrzweckboot) besetzt und im Bereich der Unfallstelle in Bereitstellung gehalten.

Die Stormzufuhr zwischen dem beschädigten E-Bock und der ins Wasser führenden ursprünglich für das Ponton gedachten Zuleitung wurde getrennt und die E-Werke zum Stromlosmachen des E-Bockes angefordert.

Während der Dauer des Einsatzes wurde von dem vor Ort anwesenden Strommeister die Schifffahrt auf der Donau eingestellt. Nach dem derzeitigen Stand der Dinge konnten keine Beschädigungen an Tanks, außer den genannten festgestellt werden.

Nach Durchführung der geschilderten Maßnahmen und nach Rücksprache mit dem Strommeister sind zum derzeitigen Zeitpunkt keine weiteren Maßnahmen durch die Feuerwehr notwendig.
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