Donnerstag 17. August 2017

6. April 2013

Einsätze

Brandstiftung in der Wirtschaftsuniversität Wien!

Durch Brandlegung an vier verschiedenen Stellen kam es am 13. 12. 2005 gegen 23:05 Uhr im ersten Untergeschoss zu einem Brand im Bereich der Bibliothek der Biologie. Die Löschkräfte wurden automatisch durch die Brandmeldeanlage um 23:09 Uhr alarmiert, bereits drei Minuten später traf das erste Fahrzeug an der Einsatzstelle ein. Bei Ankunft der Feuerwehr war geringer Brandrauchaustritt im ersten Untergeschoss und im vorderen Hauptzugang bei der Rampenauffahrt der Wirtschaftsuniversität Wien sichtbar.

Während der Erkundung lösten weitere Rauchmelder aus, was an der Brandmeldezentrale ersichtlich war. Der Sicherheitsbeauftragte wurde angewiesen einen Räumungsalarm durchzuführen, worauf alle Personen das Objekt verließen. Parallel zur Erkundung wurde die Trockensteigleitung von der Besatzung Universallöschfahrzeug „Döbling“ angespeist. Auf Grund der zuerst ausgelösten Meldergruppe im ersten Untergeschoss Bereich Stiege A wurde ein Rohr unter Atemschutz an die bereits befüllte Trockensteigleitung angeschlossen und von der Besatzung des ersten Rüstlöschfahrzeuges „Döbling“ in diesem Bereich vorgenommen. Durch die tiefschwarze Verrauchung war es zunächst nicht möglich den Brandherd zu erreichen. Die Besatzung des Rüstlöschfahrzeuges „Brigittenau“ konnte unter Mitnahme der Wärmebildkamera bis zum Brandbereich in der Bibliothek vordringen und den inzwischen bereits bis auf Glutnester erloschenen Brand löschen.

In weiterer Folge wurde das komplett verrauchte erste Untergeschoss von der Besatzung des ersten Bergelöschfahrzeuges „Döbling“ unter Atemschutz kontrolliert. Dabei wurde festgestellt, dass im vorderen Bereich Papier, das sich in Spinden befand, brannte und der Deckenbereich durch die Brandeinwirkung teilweise beschädigt war. Eine geborstene Wasserleitung dürfte diesen Brandherd beinahe komplett abgelöscht haben, restliche Glutnester wurden mit einer Kübelspritze abgelöscht. Um 00:04 Uhr konnte vom Einsatzleiter BK Dipl. Ing. Steiner "Brand aus" gemeldet werden.

Die Wasserzufuhr zu der defekten Wasserleitung wurde vom Haustechniker abgesperrt und das ausgeflossene Leitungswasser mit Unterwasserpumpen aus vier Aufzugsschächten entfernt.

Die verrauchten Bibliotheksbereiche wurden nach Öffnen vorhandener Fenster mit dem Hochleistungslüfter der Drehleiter „Döbling“ und der gesamte Gang des ersten Untergeschosses mit zwei Hochleistungslüftern des Wechselaufbaus „Lüftung“ belüftet. Die Brandrauchentlüftung wurde in sämtlichen Stiegenhäusern geöffnet.

Durch die Brandeinwirkung drohte eine abgehängte Decke im ersten Untergeschoss teilweise abzustürzen. Als Erstmaßnahme wurde diese mit Pölzrohren und Pfosten provisorisch abgestützt und in weiterer Folge durch drei Unterzüge mit Kanthölzern ersetzt.

Die Brandmeldeanlage konnte nicht mehr in Betrieb genommen werden, die Sicherheitsfirma wurde daher angewiesen im Brandfall die Feuerwehr über den Notruf 122 zu verständigen. Während des Einsatzes war der Betrieb der Straßenbahnlinie D in beiden Fahrtrichtungen eingestellt. Um 06:15 Uhr wurden Nachuntersuchungen durchgeführt, wobei sämtliche betroffenen Bereiche mit einem Temperaturmessgerät und einer Wärmebildkamera überprüft wurden. Dabei konnte keine Erwärmung oder Gefährdung mehr festgestellt werden.
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