Dienstag 17. Oktober 2017

6. April 2013

Einsätze

Nächtliche Gasexplosion!

Das am 08. 01. 2006 gegen 00: 45 Uhr von einer Explosion betroffene Gebäude ist ein alter, L-förmiger Gutshof, in dessen ehemaligen Seitentrakt sich eine Explosion ereignet hatte. Durch den Explosionsdruck war eine etwa sechzig cm starke Ziegelwand unmittelbar zwischen den betroffenen Räumen und der Hofeinfahrt geknickt worden, dadurch war die Decke (Holztramdecke) von ihrem Auflager gerissen und in das Erdgeschoss gestürzt.

Eine weitere Ziegelwand an der gegenüberliegenden Seite der Hofdurchfahrt war ebenfalls durch den Druck, allerdings im wesentlich geringeren Ausmaß, ausgebaucht worden. Die straßenseitige Hausfront war von der Seitenwand teilweise gelöst worden, das Krönungsgesims war durch den Druck sehr stark von Rissen durchzogen und lag nur mehr lose auf.

Der Dachstuhl sowie eine in den Hof ragende Überdachung waren durch die Druckwelle teilweise zerstört worden, Dachziegel waren im großen Ausmaß abgedeckt worden. Teile der Giebelwand waren auf das Nachbarhaus gestürzt und hatten dessen Dach teilweise durchschlagen. Ebenfalls war der Rauchfang des Nachbarhauses durch herab fallende Teile umgestürzt und auf dessen Dach gefallen, die Abdeckplatte lag im Hof des Nachbarhauses.

Das ehemalige Hofeinfahrtstor sowie mehrere Türen und Fensterstöcke waren durch die Explosion zersplittert und in die Hofdurchfahrt, den Vorgarten und teilweise auf die andere Straßenseite geschleudert worden.

Bei Ankunft der Feuerwehr wurden zunächst zwei vorgefundene Gassektionshähne geschlossen und die Umgebung des Gutshofes sowie das Nachbarhaus mit dem Exotector auf eventuelle explosive Atmosphäre untersucht, wobei kein Gas gemessen werden konnte. Eine verletzte Person war bereits vom Rettungsdienst übernommen worden.

Der auf das Dach gestürzte Rauchfang wurde händisch zerkleinert und in den Hof geworfen, ebenso wurde Schutt vom Dach entfernt und dieses mit Pfosten des Wechselladers „Pölzholz“ geschalt und mit Folienplane und Ziegellatten provisorisch gedichtet. Anschließend wurde eine Holzschallung aus Pfosten gezimmert und zur Sicherung des Holzschindeldaches mit dem Kran des Wechselladers „Bauunfall“ auf die Dachfläche des Nachbarhauses gelegt.

Gleichzeitig wurden die eingeknickte tragende Wand und das Krönungsgesims zunächst mit Schwerlaststützen gesichert, die in weiterer Folge gegen Kanthölzer des Wechselladers „Pölzholz“ ausgetauscht wurden. Im Anschluss wurde der Dachstuhl des Nachbarhauses mit Kanthölzern verstärkt, eine zweite Pfostenschalung wurde zur Absicherung an die Giebelwand angelehnt und mit Kanthölzern sowie zweier Pölzrohre gegen die zuvor auf die Dachfläche gelegten Pfostenschalung verspreizt.

Nachdem während der Arbeiten das Austreten von Wasser bemerkt worden war, wurden die Wasserwerke zur Unterbindung der Wasserzufuhr verständigt, da kein Hauptwasserhahn zu finden war. Der Störtrupp der Wasserwerke konnte in weiterer Folge das Nachströmen des Wassers stoppen.

Nach Abschluss der Arbeiten wurden die Sicherungen abgehoben, der Zutritt zum Hof sowohl gartenseitig als auch bei der Hochdurchfahrt durch Abschranken mit Trassierband gegen unbefugten Zutritt gesperrt und die Nachbarin angewiesen bei einer Verschlechterung der Situation den Notruf der Feuerwehr anzurufen.
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