Montag 23. Oktober 2017

6. April 2013

Einsätze

Drei Schwerverletzte nach Gasexplosion!

Bei Ankunft der Feuerwehr am 10. 04. 2006 gegen 16:45 Uhr waren drei schwer verletzte Personen sitzend am Gehweg der Leopoldauerstraße vorgefunden worden. Ein im Stiegenhaus schwer verletzter Mann wurde vom Rüstlöschfahrzeug „Am Spitz“ gerettet. Die Verletzten wurden an den anwesenden Rettungsdienst übergeben. Nach Angabe der Verletzten war keine Person mehr im Haus, weiters wurde von einer verletzten Person angegeben unsachgemäß mit einer Probangasflasche hantiert zu haben, die anschließend explodierte.

Die Sicherheitswache und die anwesenden Hausbewohner haben angegeben, dass sich niemand mehr im Haus befindet. Trotzdem wurde eine intensive Suche nach verschütteten Personen in den zerstörten Wohnungen durchgeführt. Es konnte niemand vorgefunden werden. Weiters wurden alle anderen Wohnungen geöffnet wobei ebenfalls niemand vorgefunden wurde. In den Wohnungen wurden drei Katzen vorgefunden welche umgehend an ihre Besitzer übergeben wurden.

Das von der Explosion betroffene Gebäude ist ein altes dreistöckiges Haus mit einem Lichthof. Die Explosion ereignete sich im zweiten Stock. Durch den Explosionsdruck war die Außenmauer im Bereich des zweiten und dritten Stockes ca. 50 cm nach außen gewölbt worden. Dadurch war die Decke (Holztramdecke) des zweiten sowie des dritten Stockes auf Grund der nun fehlenden Auflager und zerstörten Deckenträger im Ausmaß von ca. 70 m² nach unten gestürzt. Weiters waren in der Explosionswohnung alle Zwischenwände stark beschädigt worden. Ein Großteil der Fenster des betroffenen Gebäudes bzw. ein Teil der Fenster des gegenüber liegenden Gebäudes wurden stark beschädigt.

Auf Grund der starken Beschädigungen bestand laut Permanenzingenieur akute Einsturzgefahr worauf auf dessen Weisung die komplette Leopoldauerstraße im gefährdeten Bereich bis auf weiteres durch Absperrgitter der Polizei gesperrt wurde und weiters ein Holzverschlag aus Kanthölzern und Pfosten zur Sicherung des gegenüber liegenden Gehweges errichtet wurde. Parallel wurde durch den anwesenden Störtrupp der Gaswerke der Gashaupthahn abgesperrt und Probemessungen durchgeführt.

Vom zweiten Rüstlöschfahrzeug „Hernals“ wurde vom Nachbargrundstück über eine zwei Meter hohe Mauer in den Lichthof des betroffenen Gebäudes ein Notsteg aus Kanthölzern und Pfosten errichtet. Über diesen Zugang konnte das Stiegenhaus des beschädigten Gebäudes sicher erreicht werden. Die Bewohner wurden in Truppenstärke unter Führung eines Feuerwehrbeamten zu den Wohnungen geführt um notwendige Dokumente zu holen und anschließend das Gebäude wieder sicher zu verlassen.

Gleichzeitig wurden von der Besatzung des Universallöschfahrzeuges „Floridsdorf“ die beschädigten Fensterscheiben vom Haus der Leopoldauerstraße entglast und provisorisch mit Folienplane und Klebeband verschlossen.

Vom anwesenden Bürgerdienst für Sofortmaßnahmen wurden die Bewohner betreut und Ersatzwohnungen organisiert. Durch die Sperre der Leopoldauerstraße in diesem Bereich wurden die Buslinien 28A, 29A und N29 von den Wiener Linien bis auf weiters umgeleitet.
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