Donnerstag 17. August 2017

6. April 2013

Einsätze

Feuertag statt Feiertag: Bürobrand – Alarmstufe 4!

Aus bisher unbekannter Ursache war es am 15. 6. 2006 um ca. 12:30 Uhr in einem Bürotrakt in der Gutheil Schodergasse im 23. Bezirk zu einem Brand gekommen. Bei dem Objekt handelt es sich um einen viergeschossigen Gebäudekomplex mit einer jeweiligen Brandabschittsfläche von ca. 1500 m2. Die einzelnen Gebäudeteile sind voneinander getrennt, die Stiegenhäuser und Revisionsschächte bilden jeweils eigene Brandabschnitte. Vom erstangekommenen Rüstlöschfahrzeug „Altmannsdorf“ war bereits fünf Minuten nach dem Alarm die Ersterkundung wegen der Auslösung mehrerer Brandmelder im ersten Obergeschoss durchgeführt worden. Dabei wurde eine starke Verrauchung festgestellt und ein Rohr unter Atemschutz vorbereitet.

Beim Eintreffen der ergänzenden Kräfte „Liesing“ (Kommandofahrzeug und Universallöschfahrzeug) wurde aufgrund der Angaben des Portiers dass sich Personen im Objekt befinden sofort ein Evakuierungsalarm angeordnet. Dabei wurden ca. 30 Mitarbeiter des im Erdgeschoss befindlichen Callcenters und einige Kinder die ein Geburtstagsfest feierten evakuiert. Auch der Angrenzende Bogi-Park (ein Indoor-Spielplatz) musste vollständig geräumt werden. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich weitere Personen im Objekt befinden wurde Alarmstufe 2 ausgelöst. Wegen der starken Hitze konnte der Atemschutztrupp „Altmannsdorf“ den Innenangriff zunächst nicht fortsetzen. Eine weitere Erkundung ergab, dass es zu einem offenen Vollbrand im ersten Obergeschoss im vorderen Drittel der rechten Gebäudehälfte gekommen war. Der Brand erstreckte sich zu diesem Zeitpunkt auf eine Fläche von ca. 500 m2 in einem 1500 m2 großen Brandabschnitt und war in einem elektromechanischen Großraumlabor im ersten Obergeschoss ausgebrochen.

Das Objekt wurde mit einer Vielzahl an Atemschutztrupps begangen und mit Wärmebildkameras untersucht, es konnten keine verunfallten Personen gefunden werden. Die Entrauchung erfolgte mit Geräten des Wechselaufbaus „Belüftung“ und mehreren Hochleistungslüftern. Nach Erhöhung auf Alarmstufe 2 wurde kurze Zeit später auf Alarmstufe 3 und 4 erhöht. Der Brand wurde mit mehreren Rohren im Innenangriff und mit Werfern der Drehleitern im Außenangriff bekämpft. Während der „heißen Phase“ waren 170 Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr Wien an der Einsatzstelle und bis zu 10 Rohre gleichzeitig in Betrieb. Der Einsatz wurde von den Löschbereitschaften „Liesing“, „Mariahilf“, „Favoriten“ und „Leopoldstadt“ durchgeführt. Zur Wasserversorgung wurde durch einen Haustechniker das firmeninterne Hydrantennetz aktiviert. Zuvor erfolgte die Wasserversorgung über öffentliche Hydranten und über zwei Großtanklöschfahrzeuge. Zwei Stunden nach dem ersten Alarm konnte „Brand aus“ gemeldet werden.

Nach Abschluss der Löschtätigkeiten wurde unter Verwendung von fünf Nassstaubsaugern das im ersten Stock befindliche Löschwasser unter Atemschutz abgesaugt. Umfangreiche Ausräumarbeiten beschäftigten die Feuerwehrmänner noch bis in die Abendstunden. Eine abschließende Nachuntersuchung wurde gegen Mitternacht durchgeführt.
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