Samstag 25. November 2017

6. April 2013

Einsätze

Gasflaschen in brennender Gärtnerei!

Vermutlich durch einen überhitzten Wärmestrahler war es am 20. 10. 2006 im Glashaus einer Gärtnerei zu einem Brand gekommen. Aufgrund des Umfangeses wurde bei der Ankunft der ersten Einsatzkräfte Alarmstufe 2 ausgelöst. Es befanden sich mehrere Gasflaschen, darunter auch Acetylengasflaschen im Brandobjekt. Das Glashaus befand sich in Vollbrand und der Brand drohte auf ein unmittelbar angrenzendes Wohngebäude sowie eine Garage überzugreifen. Der Brand wurde von den Kräften "Favoriten" mit 2 C-Rohren und einem B-Rohr im Außenangriff bekämpft. Zusätzlich wurden 2 C-Rohre zur Kühlung der Gasflaschen eingesetzt. Außerdem wurde ein Bereich, der immer wieder aufflammte, mittels Kombischaumrohr gelöscht, das Wohnhaus wurde kontrolliert.

Von den Kräften "Leopoldstadt" wurde im hinteren Bereich des Wohnhauses mittels handgeführten Rohren unter Atemschutz und tragbaren Wasserwerfern vom Großtanklöschfahrzeug "Favoriten" versucht, ein Übergreifen des Brandes auf die anschließenden Chemikalienlagerungen zu verhindern. Eine weitere Löschleitung wurde über die Werkstatthalle in Richtung Chemielagerung unter Atemschutz vorgetragen. Um eine Verrauchung der angrenzenden Gewächshäusern so weit als möglich zu verhindern wurden die Tore geschlossen. Nach Brechen der Brandintesität wurde der Wasserwerfer auf die zu Beginn noch unbestimmte Zahl an im Brandherd gelagerten Sauerstoff und Acetylenflaschen gerichtet. Nach mehrfachem Erkunden wurden zwei Sauerstoff, vier Acetylen und eine 33kg Flüssiggasflasche, alle mit unbestimmten Füllgrad auf einem Haufen im Brandherd vorgefunden. Um die Gefährdung der Einsatzkräfte zu reduzieren wurde das EKO Cobra Wiener Neustadt, zwecks Aufschießen der Acetylengasflaschen alarmiert.

Von den Cobra Beamten wurden zu Beginn die beiden Sauerstoffflaschen mit Einzelschüssen (5,56 und 7,62mm Kaliber) beschossen. Nachdem nur eine geringe Reaktion erfolgte, wurden die 4 Acetylengasflaschen mittels Leuchtspurmunition (5,56mm Kaliber) zwecks Zündung des entströmenden Gases beschossen. Während des Beschusses wurde die Wasserkühlung durch das Großtanklöschfahrzeug "Favoriten" ausgesetzt. Um eine bessere Schussposition zu ermöglichen, wurde aus einem Kinderzimmer im ersten Stock des Wohnhauses geschossen. Da die Gasflaschen nur mehr eine geringe Brandreaktion zeigten wurden sie komplett abgelöscht. Die Ausräumarbeiten wurden von zwei Gruppen mit Unterstützung durch einen Baggerfahrer der Gärtnerei durchgeführt. Eine abschließende Begehung mit dem Vertreter der MA 45 zeigte derzeit keine Gefährdung durch die gelagerten Chemikalien. Zur Belüftung der Räumlichkeiten wurde der Hochleistungslüfter der Drehleiter "Leopoldstadt" eingesetzt.
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