Mittwoch 18. Oktober 2017

6. April 2013

Einsätze

Mann wollte Hund retten: Tot!

Aus zunächst unbekannter Ursache war in einer Wohnung in der Putzendoplergasse im 23. Bezirk gegen 2:20 Uhr ein Vollbrand entstanden. Die Wohnungsbesitzerin konnte sich mit Nachbarn bei Ankunft der ersten Löschgruppe selbständig in Sicherheit bringen, die Personen wurden wurden in weiterer Folge mit Rauchgasvergiftungen an den Rettungsdienst übergeben. Die Mannschaft des Rüstlöschfahrzeuges Altmannsdorf nahm eine Löschleitung im Innenangriff unter Atemschutz vor, um mit der Brandbekämpfung zu beginnen und Rettungsmaßnahmen für den noch in der Wohnung befindlichen Wohnungsbesitzer durchzuführen. Dieser wollte noch seinen Hund vor den Flammen retten. Für den Mann kam jedoch jede Hilfe zu spät.

Durch die hohe Brandintensität und der dadurch entstandenen Rauchentwicklung war ein Vorgehen zur Brandwohnung zu Beginn nicht möglich. Von den Einsatzkräften der ersten Löschbereitschaft Liesing wurde in weiterer Folge über die Drehleiter ein Rohr im Außenangriff vorgenommen. Von einer weiteren Löschgruppe wurde unter Atemschutz das Stiegenhaus nach Betätigen der natürlichen Brandrauchentlüftung mit einem Hochleistungslüfter druckbelüftet. Nachdem der Außenangriffe über die Drehleiter Löschwirkung zeigte, konnte das Rohr im Innenangriff bis zur Brandwohnung vorgetragen werden und der Wohnungsbrand konnte im umfassenden Angriff gelöscht werden.

Von der zweiten Löschbereitschaft wurde der Gashaupthahn der betroffenen Stiege abgesperrt. Die beiden angrenzenden Stiegen, sowie die über der Brandwohnung befindlichen und angrenzenden Wohnungen wurden auf Verrauchung kontrolliert. Für die Unterstützung der Brandrauchentlüftung war es notwendig, die Fixverglasung des Stiegenhauses in mehreren Geschoßen einzuschlagen. Mehr als 20 Personen wurden mit Fluchtfiltermasken in Sicherheit gebracht und dem Rettungsdienst zugeführt.

Durch die hohe Brandintensität in der Brandwohnung war an mehreren Stellen der Decke der Verputz abgeplatzt. Mehrere Stromleitungen im Gangbereich zweier Obergeschosse waren freiliegend und verschiedene Heizkörper der Fernwärme geborsten.

Aufgrund der defekten Stromleitungen sowie der großen Mengen an Löschwasser war es erforderlich, die Stromzufuhr für mehrere Stockwerke abzuschalten. Die betroffenen Wohnungen wurden von der Feuerwehr begangen und den Wohnungsbesitzern, in Zusammenarbeit mit der Magistratsdirektion Krisenmanagement und Sofortmaßnahmen, Ersatzwohnungen angeboten. Während des Einsatzes wurden mehrere Haustiere der Tierrettung übergeben. Für die defekte Heizleitung der Fernwärme wurde der entsprechende Störtrupp verständigt, welcher weitere Maßnahmen setzte. Der Einsatz wurde um 05:50 Uhr an das Rüstlöschfahrzeug Rudolfshügel zwecks weiterer Ausräumarbeiten übergeben.

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