Dienstag 23. Mai 2017

6. April 2013

Einsätze

Schadstoffeinsatz

In den Mittagsstunden des 28. April 2010 wurde die Berufsfeuerwehr Wien vom ADR-Notdienst einer Spedition zu einem Schadstoffeinsatz in Wien Leopoldstadt alarmiert. Unter mehreren Paletten wurde ein Austritt einer zähflüssigen Substanz durch Arbeiter festgestellt, Aufgrund fehlender ADR-Kennzeichnung und anfänglich auch fehlender Transportpapiere wurde vom ADR-Beauftragten die Lagerhalle geräumt und die Feuerwehr verständigt. In Summe befanden sich in der Halle 120 Stück dieser Fässer auf Paletten, teilweise in drei aufeinandergestapelten Ebenen.

Von den ersteintreffenden Kräften wurde anfänglich eine Erkundung unter Atemschutz durchgeführt und parallel dazu der Bereich vor der Halle mittels Absperrband abgesichert. Weiters wurde von einer Löschgruppe angesichts der unbekannten Gefahr durch die austretende Substanz ein Brandschutz mit einem Schaumrohr und einem Pulverrohr aufgebaut.

Im Zuge der durchgeführten Erkundung durch die Besatzung des Umweltmessfahrzeuges wurde der Austritt der zähflüssigen Substanz aus offenbar mehreren Fässern bestätigt. Auf den Fässern waren lediglich angehängte Zettel mit russischer Aufschrift befestigt. Eine Gefahrgutkennzeichnung konnte auch bei näherer Untersuchung der Fässer nicht gefunden werden.

Nach dem Eintreffen der Ergänzungskräfte, dem Aufbau eines Dekontaminationsplatzes mit dem Wechsellader Dekontamination sowie eines Atemschutz- und Körperschutzsammelplatzes durch den Wechsellader-Körperschutz und das Atemschutzfahrzeug, wurde von der Besatzung des Umweltmessfahrzeuges nach einer Probeentnahme eine umfangreiche Analysenreihe unter Leitung des angeforderten Feuerwehrchemikers durchgeführt.

Parallel dazu wurde von zwei Schutzanzugtrupps unter Schutzstufe 2 mit der Umlagerung und der Trennung in dichte und undichte Fässer begonnen. Sämtliche dichte Fässer wurden auf firmeneigene Paletten umgelagert. Die undichten Fässer wurden in Kunststoffsäcke eingepackt und ebenfalls auf Paletten umgelagert.

Nach eingehenden Ermittlungen durch den Gefahrgutbeauftragten der Polizei konnte der Inhaber der Fracht eruiert werden. Dieser traf dann auch an der Einsatzstelle ein und überreichte die Transportpapiere und die Stoffdatenblätter. Aus diesen Unterlagen ging hervor, dass es sich beim Inhalt der Fässer um eine Art von Klebestoff handelt. Nach der vollständigen Umlagerung der Fässer wurde die Ladung wieder an den Besitzer zur Entsorgung übergeben.

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