Donnerstag 17. August 2017

6. April 2013

Einsätze

Gasflaschenexplosion am Dach "Alarmstufe 2"

Aus unbekannter Ursache kam es am 7. Juli 2010 infolge von Flämmarbeiten, am Flachdach eines Wohnhausneubaus in Wien-Favoriten zu einem Brand. Vermutlich wurden vom Brand auch erhebliche Mengen an Dämmstoffmaterialien erfasst. Dadurch wurden 4 Flüssiggasflaschen erhitzt. In weiterer Folge kam es zu einer Explosion dieser Gasflaschen und zu einer rapiden Brandausbreitung mit weithin sichtbarer Rauchentwicklung. Das auf der Heimfahrt von einer Brandmelderauslösung befindliche 1. Rüstlöschfahrzeug „Favoriten“ sah den Rauchpilz und fuhr nach Meldung an die Funkstelle die Einsatzstelle selbstständig an. Die Löschgruppe kam gerade bei der Explosion der 3. Flasche an der Einsatzstelle an. Sofort wurde eine Löschleitung vorgenommen und die Einsatzstelle auf Verletzte erkundet. Während dem Aufziehen dieser Löschleitung explodierte die 4.Gasflasche. Teile dieser Flasche schlugen ca. 1 Meter neben einem Feuerwehrbeamten am Boden ein. Bei Eintreffen der ergänzend alarmierten Löschbereitschaft „Favoriten“ stand das Dach bereits in Vollbrand.

Bei der Anfahrt zur, bzw. kurz vor Eintreffen an der Einsatzstelle, wurde das Großtanklöschfahrzeug alarmiert und gleichzeitig auf „Alarmstufe 2“ erhöht. Ein am Gehsteig sitzender, unter Schock stehender Arbeiter, der im Objekt tätigen Dachdeckerfirma wurde bereits vom anwesenden Rettungsdienst betreut. Parallel zum ersten Rohr unter Atemschutz wurde in weiterer Folge eine Zubringleitung im Stiegenhaus vorgenommen und im obersten Geschoß ein B-Verteilungsstück gesetzt. Um das Dach entsprechend erreichen zu können musste ein Kabel der Straßenbeleuchtung abgetrennt werden. Über das genannte B-Verteilungsstück wurden 3 weitere Rohre zur Dachbrandbekämpfung (hier waren alle gelagerten Dämmstoffmaterialien fast vollständig abgebrannt!) und zur Bekämpfung der in Brand geratenen Dachkonstruktion im Baustellenbereich sowie von Materialen im Aufzugsschacht vorgenommen. Es konnte aber nicht mehr verhindert werden, dass sich der Brand auf die Dachkonstruktion des Mansarddaches des Nachbarhauses ausbreitete. Vorsorglich wurde die 2. alarmierte Löschbereitschaft „Mariahilf“ dorthin dirigiert bzw. dort eingesetzt und von dieser wurde die umfangreiche Dachbrandbekämpfung durchgeführt. Durch die Brandhitze verflüssigte Kunststoffe tropften brennend über Schächte in den Keller ab und lösten dort Sekundärbrände aus.

Nach Aufbrechen einer provisorischen Kellertüre wurde dieser Kellerbrand unter Atemschutz gelöscht. Während dieser Brandbekämpfung wurde das Stiegenhaus mit 2 Hochleistungslüftern druckbelüftet. Nach Aufheben der Alarmstufe 2 wurden die Arbeiten von der Löschbereitschaft „Mariahilf“ übernommen. Die Dachkonstruktion wurde dort mittels Motorrettungssägen und Werkzeugen großflächig entfernt. Diese Arbeiten erfolgten auch über bzw. von der nachalarmierten Teleskobmastbühne aus. Für diverse Nachlöscharbeiten standen 2 Rohre über die Drehleiter zur Verfügung. Vom angeforderten Störtrupp der öffentlichen Beleuchtung wurden weitere Abspannungen für das Instellungbringen der Teleskobmastbühne entfernt. Die abgetrennten Dachkonstruktionsteile wurden teilweise vor dem Objekt und teilweise im obersten Geschoß der Baustelle gesichert abgelegt.

Das ganze Ausmaß der Gasflaschenexplosion wird sichtbar wenn man die Wurfweiten der Trümmer betrachtet. Die durch die Explosion weggeschleuderten Gasflaschentrümmer verursachten im Dachbereich eines ca. 250m entfernten Nachbargebäudes Schäden. Durch umherfliegende, bzw. herabgefallene Trümmer wurden mehrere Fahrzeuge beschädigt. Der öffentliche Verkehr in der Knöllgasse und Rotenhofgasse war für die Dauer des Einsatzes gesperrt. Insgesamt dauerte der Einsatz ca. 8 Stunden.

die erschöpften Einsatzkräfte

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