Donnerstag 30. März 2017

6. April 2013

Einsätze

sinkendes Schiff

Vermutlich aufgrund einer Leckage in der Auspuffanlage war es über einen unbekannten Zeitraum zu einem massiven Wassereintritt in das unterhalb der Reichsbrücke am rechten Donauufer verheftete, ehemalige Kanonenboot "Niederösterreich" des österreichischen Bundesheeres gekommen. Bei unserem Eintreffen waren annähernd 25000 Liter Donauwasser in den Rumpf des Bootes eingedrungen und das Schiff im Heckbereich um ca. 1m unter dem Normalstand abgesunken. Da der Betreiber des Museumsvereins noch nicht anwesend war, wurden die beiden heckseitigen Deckklappen nach gewaltsamen Entfernen von uns geöffnet und mit einer Unterwasserpumpe von einem Rüstlöschfahrzeuge sofort mit den Auspumparbeiten begonnen. Von den drei Tauchern des Taucherfahrzeuges "Leopoldstadt" wurde parallel mit einer Untersuchung des Schiffsrumpfes unter Deck begonnen. Nach dem Eintreffen des Betreibers des Museumsvereins konnten alle Räume des Schiffes geöffnet werden. Dabei wurde festgestellt, dass der Heckbereich des Schiffsrumpfes ca. 1,5 m und der angrenzende ca. 8x4 m große Maschinenraum ca. 1 m überflutet war. Zudem hatte sich im Maschinenraum eine größere Ölmenge mit dem eingedrungenen Wasser vermischt. Im Bereich des Bugs drang ebenfalls das Wasser in den dortigen Aufenthaltsbereich ein.

Der Wassereinbruch konnte letztendlich durch drei Löschgruppen unter Verwendung von 3 Unterwasserpumpen (Type15) und zwei Unterwasserpumpen (Type 4) des Wechsellader Auspump soweit gestoppt werden, dass sich das Schiff stabilisierte und annähernd wieder waagrecht aus dem Wasser ragte. Das Öl-/Wassergemisch im Maschinenraum wurde anfänglich durch Einbringen mehrerer Aufsaugschwimmkörper des Wechsellader Binde- und Neutralisationsmittel sowie Purocell und Bioversal gebunden. Aufgrund der massiven Ölkontamination musste jedoch letztendlich das Öl-/Wassergemisch durch einen Saugtankwagen der MA 30 abgepumpt werden. Erst danach konnte unter neuerlicher Verwendung von zwei Unterwasserpumpen das restliche eingedrungene Wasser in dem verwinkelten Unterboden des Maschinenraumes abgepumpt werden. Dadurch gelang es, die beidseitig des Schiffsrumpfes vorhandenen Auspufföffnungen aus dem Wasser zu bekommen und damit den Wassereintritt zu stoppen. Danach konnte der Betreiber des Museumsvereins die nach dem Wassereintritt ausgefallene Bordnetzanlage wieder in Betrieb nehmen und die bordeigene Lenzpumpe aktivieren. Während der Lenzarbeiten war es zu einem geringfügigen und unvermeidlichen Austritt des Öl-Wassergemisches in die Donau gekommen. Diese Verunreinigungen wurden nach Rücksprache mit dem anwesenden Organ der MA 45 mit 15 Liter Bioversalgemisch mit drei Motorspritzen teilweise vom Ufer aus und teilweise über das Mehrzweckboot auf die Wasseroberfläche aufgebracht.

Vorsorglich wurde zur Sicherung einer weiteren Verschmutzung eine Ölsperre um das havarierte Schiff in Stellung gebracht. Während der Arbeiten wurde seitens der Schifffahrtsaufsicht ein Langsamfahrgebot an die Schifffahrt auf der Donau verhängt. Zudem wurde die Einsatzstelle von einem Boot der Schifffahrtspolizei abgesichert. Von der Pioniertruppenschule des ÖBH wurde auf Anforderung durch den Museumsverein ein Vorauskommando zur Schadensbehebung entsandt. Mit diesem wurde vereinbart, dass die allfällig weiter notwendigen Lenzarbeiten von den Pionieren des ÖBH durchgeführt werden, bzw. diese auch versuchen, die beiden Auspufföffnungen dicht zu setzen. Für die Dauer dieser Arbeiten verbleibt die Ölsperre im Wasser.

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