Freitag 21. Juli 2017

6. April 2013

Einsätze

Ausgeflossener Schadstoff

Im Zuge von Verladungsarbeiten eines Transformators kam es am 20. Oktober 2010 im Bereich der Gutheil-Schoder-Gasse zu einem Unfall. Der Transformator stürzte aus unbekannter Ursache von seinem Tieflader auf die Straße. Beim Aufprall des Transformators wurden die seitlich angebrachten Kühlrippen beschädigt und es entstanden mehrere Leckagen, sodass es zum Austritt des Isolationsöls kam. Der Transformator kam in Seitenlage zum Liegen. Das austretende Öl breitete sich auf der Gutheil-Schoder-Gasse in Richtung Computerstraße aus. Ein Teil des Isolationsöls floss auch in den Oberflächenentwässerungskanal (Mischkanalsystem). Als Erstmaßnahme wurden sämtliche Kanaleinläufe im betroffenen Bereich mittels Kanalabdeckbehälter bzw. provisorisch durch Abdichten mittels Kunststofffolie abgedichtet, sowie die Einsatzstelle großräumig abgesperrt und beleuchtet.

Weiters wurde mittels Erdreich ein Damm aufgeschüttet um den Flüssigkeitsstrom im Nahbereich des Transformators aufzuhalten. Ein direktes Abdichten der Leckagen war aufgrund der Unzugänglichkeit nicht möglich. Gemäß den Sicherheitsdatenblättern des Isolationsöles ist bei Umgebungstemperatur grundsätzlich keine Brand- und Gesundheitsgefahr vorhanden. Eine mögliche Umweltgefährdung durch das Isolationsöl ist aber nicht auszuschließen. Sicherheitshalber wurden sämtliche Tätigkeiten in unmittelbarer Nähe der Austrittsstelle unter Atemschutz bzw. mit Chemieschutzausrüstung durchgeführt.

Im weiteren Einsatzverlauf wurde das Öl mit einer großen Menge an Universalbindemittel gebunden bzw. mittels Chemikalienpumpe in Auffangbehälter gepumpt. Parallel dazu erfolgte die Verständigung des Permanenzingenieurs der Stadt Wien. Seitens der Behördenvertreter wurde festgestellt, dass mit einer Verschleppung des Isolationsöls in den Liesingbach zu rechnen sei. Aus diesem Grund wurden in weiterer Folge zwei Ölsperren in Höhe Triesterstraße bzw. Höhe Himbergerstraße errichtet. Das treibende Öl wurde über Saugtankfahrzeuge bzw. über Chemikalienpumpen der Feuerwehr oberflächlich abgesaugt und in Chemikalienbehälter gepumpt.

Das Öl-Wassergemisch wurde in weiterer Folge entsorgt. Die kontaminierten Uferbereiche des Liesingbaches werden nach Reinigung des Oberflächenkanalsystems durch Wienkanal und durch die Feuerwehr provisorisch gereinigt. Die notwendige Feindekontamination des Ufers wurde durch Fachfirmen erledigt. Diesbezügliche Veranlassungen erfolgen durch die Gewässerschutzabteilung. Der beschädigte Transformator wurde von der Transportfirma geborgen und abtransportiert. Der gesamte Bereich war für die Zeit des Einsatzes großräumig abgesperrt. Die Berufsfeuerwehr Wien war mit 25 Fahrzeugen und ca. 100 Mann im Einsatz.

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