Sonntag 17. Dezember 2017

6. April 2013

Einsätze

Fassadenbrand in Wien Wieden

Am 7. Dezember 2011 wurde die Berufsfeuerwehr in den vierten Wiener Gemeindebezirk zu einem Brand in die Paulanergasse alarmiert. Aus unbekannter Ursache waren die auf dem Gehsteig abgestellten Müllcontainer in Brand geraten. Als die ausrückenden Kräfte an der Einsatzstelle ankamen, stand die Fassade eines Hauses im Bereich des Gehsteigs bis zum Dach über den 7. Stock in Vollbrand. Der Brand breitete sich bereits auf die Dachkonstruktion und die Dehnfuge aus und griff auch auf das Nachbargebäude über. Von den Einsatzkräften wurde mit zwei Rohren im Außenangriff (eines davon über die Drehleiter) unter Atemschutz der Brand der Fassade bekämpft. Ein drittes Rohr wurde über das Stiegenhaus auf das Dach vorgenommen. Es wurde begonnen unter Atemschutz die Dachkonstruktion zu öffnen und den Brand in der Konstruktion zu bekämpfen. Sämtliche Wohnung und Büros im betroffenen Gebäude wurden untersucht.

Zeitgleich wurde vom Hilfeleistungslöschfahrzeug Favoriten begonnen, das Nachbargebäude zu begehen und auf eine Brandausbreitung in der Dehnfuge der Feuermauer zu überprüfen. Mit Hilfe einer Wärmebildkamera wurde keine Erwärmung der Feuermauer festgestellt. Parallel zu diesen Kontrollen wurde vom Universallöschfahrzeug Favoriten die im Erdgeschoß befindliche Hofer-Filiale mitsamt dem Anlieferungsbereich und auch die Gebäuderückseite im Innenhof kontrolliert. Auch hier konnte keinerlei Gefährdung festgestellt werden. Nach Eintreffen der Teleskopmastbühne Döbling wurde damit begonnen, die von den Kräften "Zentrale" vom Dach aus nicht erreichbaren Dachflächen (besonders zwei Gauben und der Giebelbereich) mittels Motorrettungssäge zu öffnen und die dort brennende Dachschalung zu löschen. Da besonders die Dehnfuge immer wieder aufflammte, wurden über die Drehleiter Favoriten die Reste der Fassadenverkleidung mit einer weiteren Motorrettungssäge entfernt und somit die Dehnfuge für einen Einsatz der Löschnadeln vorbereitet. Nach der Überprüfung des Brandobjektes wurden auch alle an die Feuermauer angrenzenden Räumlichkeiten im Bürohaus kontrolliert. In diesem Objekt wurde mit der Wärmebildkamera eine starke Erwärmung der Feuermauer sowie mit den Co-Messgeräten eine hohe CO-Konzentration festgestellt. Sämtliche Räumlichkeiten in allen Geschoßen wurden durch Öffnen der Fenster belüftet. Zusätzlich wurde das Stiegenhaus mit zwei Hochleistungslüfter der Drehleiter Favoriten druckbelüftet.

Messungen mit dem Co-Messgerät sowie dem Infrarot-Fernthermometer wurden in sämtlichen Geschossen im betroffenen Bereich vorgenommen und Messpunkte festgelegt. Die wiederkehrenden Messungen ergaben eine Verminderung der Temperatur der Außenwand. Es konnten keine Co-Werte mehr festgestellt werden. Mittels Drehleiter wurden vom Dach abwärts Löschmaßnahmen mit der Löschlanze in der Dehnfuge vorgenommen. Sämtliche Räumlichkeiten wurden erneut mit dem Verantwortlichen des Objektes begangen, Messungen durchgeführt und das Gebäude freigegeben. Für die Dauer des Einsatzes war die Paulanergase gesperrt.

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