Freitag 31. März 2017

6. April 2013

Historisches

Der „Schwarze Freitag“ für die Wiener Börse

In dem aus der Gründerzeit stammenden Prachtbau der Wiener Börse brach am Freitag, dem 13. April 1956 ein Brand aus, dem nahezu zwei Drittel des Gebäudes zum Opfer fielen.

Am Freitag dem 13., um 00:20 Uhr, zeigte ein Hauswächter der Börse über den Notruf der Feuerwehr-Nachrichtenzentrale einen „Kellerbrand in Wien 1., Wipplingerstraße 34“ an. Es wurde ein Bereitschaftszug der Zentralfeuerwache und der Tanklöschwagen der Feuerwache „Brigittenau“ alarmiert. Diese Kräfte fuhren die angegebene Adresse an und fanden in dem nächst dem Haupteingang Schottenring gelegenem Kellerraum einen aus Holz und Faserplatten hergestellten, unterhalb der Kellerdecke geführten Warmluftkanal sowie mehrere Einrichtungsgegenstände brennend vor.

Mit zwei C-Rohren, die vom Eingang Wipplingerstraße 34 durch den ganzen Keller vorgenommen werden mussten, konnte dieser Brand gelöscht werden. Bei der gleichzeitig durchgeführten Erkundung wurde festgestellt, dass es in der Börsenhalle sowohl zu ebener Erde als auch im ersten Stock brannte.

Während von den ersteingetroffenen Kräften ein drittes Rohr unter Atemschutz vom Börsenplatz in den bereits gänzlich verqualmten Ausstellungsraum vorgenommen wurde, trafen über Anforderung die Bereitschaftszüge „Leopoldstadt“ und „Döbling“ an der Brandstelle ein.

Diese Kräfte verhinderten zusammen mit den erstausgerückten mit insgesamt 32 C-Rohren und einem B-Rohr das Übergreifen des in beiden Geschoßen der Börsenhalle wütenden Brandes auf die Seitentrakte. Allerdings konnte nicht verhindert werden, dass die Börsenhalle mit ihrem leicht brennbarem Inhalt zerstört wurde. Der Dachstuhl stürzte um 10:10 Uhr mit donnerndem Getöse ein. Um 05:00 Uhr war der Brand lokalisiert.

Wegen der sich in den Dächern und Decken immer wieder bildenden kleineren Brandherde konnte erst zwei Tage später die Meldung „Brand aus“ gegeben werden. Zur Brandbekämpfung waren insgesamt 180 Mann mit 36 Löschfahrzeugen eingesetzt. Der Schaden betrug umgerechnet rund 6 Millionen Euro.
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