Dienstag 28. März 2017

6. April 2013

Humor

Sternsinger bei der Feuerwehr

Vor langer Zeit, es war Anfang Jänner, besuchten als Heilige Drei Könige verkleidete Kinder die Hauptfeuerwache „Favoriten“. Es war aber gerade Mittagspause, welche von den meisten Feuerwehrmännern im Bett verbracht wird, um für die Einsätze der kommenden Nacht fit zu sein. Ein Feuerwehrmann, der zufällig munter war, empfing die Kinder. Er wusste, dass einer seiner Kollegen nur mit der Unterhose bekleidet in seinem Schlafraum döste. So erklärte er den staunenden Kindern, dass sie gerade zur rechten Zeit kämen. Auf der Feuerwache befände sich nämlich ein Krankenzimmer, wo ein armer alter Brandmeister schon sehnlich auf die Sternsinger warte. Dann begleitete er die Heiligen Drei Könige in den Schlafraum des Kollegen, der völlig verblüfft aber mangels Bekleidung wehrlos unter seiner Decke lag. Die Sternsinger wussten natürlich, dass sie sich jetzt besonders anstrengen mussten und stimmten ein besonders schönes Lied für den armen kranken Brandmeister, der an das Bett gefesselt zu sein schien, an. Weil dieser dabei die Augen abwechselnd verdrehte oder schloss erkannten sie den Ernst der Situation, sangen gleich ein zweites Lied und sagten abschließend ein wunderschönes Gedicht auf. Nachdem das erledigt war, ermahnte der Feuerwehrmann, der die Sache eingefädelt hatte, den im Bett liegenden Kollegen, dass er den Kindern, die sich ganz offensichtlich sehr bemüht hatten, doch etwas Geld zukommen lassen müsse. „Natürlich“, knurrte der unter der Decke Liegende entnervt, „aber ich hab nix an. Da drüben hängt meine Uniformhose, nimm das Brieftascherl raus und gib ihnen halt was.“ Daraufhin zog der bekleidete Feuerwehrmann die Geldbörse des Kollegen aus dessen Hose, griff hinein und übergab den Heiligen Drei Königen einen 500-Schilling-Schein. Den schreckensgeweiteten Blick und das leise Stöhnen aus dem Bett deuteten die Sternsinger dahin gehend, dass es dem Brandmeister wirklich schlecht gehe und ihr Besuch dringendst notwendig gewesen war. Mit der neuen Erkenntnis, dass sich gute Taten manchmal auch finanziell auszahlen, verließen die Kinder die Wache. Das Verhältnis zwischen den beiden Feuerwehrkollegen musste man jedenfalls bis zur nächsten Gehaltsauszahlung als durchaus gespannt bezeichnen, eine Schlägerei konnte aber verhindert werden. Mehr Feuerwehranekdoten gibt es in "Das kleine Feuerwehr-Schmunzelbuch" im Shop-Bereich!
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