Dienstag 28. März 2017

6. April 2013

Humor

Fehltritt eines Oberbrandrates!

Der Einsatz Nr. 5675 am 1. 3. 2005 war an Dramatik kaum zu überbieten. Eine Lehrerin einer Schule hatte den sichtbaren Rauch aus dem Rauchfang eines benachbarten Objektes fälschlich für einen Dachbrand gehalten. Bei einer derartigen Anzeige – ein Brand in einer Schule während der Unterrichtszeit – wird von der Wiener Feuerwehr automatisch „Alarmstufe 2“ ausgelöst. Das bedeutet, dass zwei Löschbereitschaften, bestehend aus jeweils einem Kommandofahrzeug, drei Löschgruppenfahrzeugen und einer 30-Meter-Drehleiter, die Einsatzstelle anfahren. Zusätzlich wird in so einem Fall neben verschiedenen Sonderfahrzeugen auch der „Hauptinspektionsoffizier“ alarmiert, dem dann die Gesamteinsatzleitung obliegt.

Das Objekt wird untersucht

Bereits vor der Ankunft der Feuerwehr war die Schule evakuiert worden. Von den ca. 500 anwesenden Schülerinnen und Schülern wurde diese Maßnahme auch durchwegs positiv beurteilt. Dem mehrfach geäußerten Wunsch, im Schulgebäude nachhaltigen Schaden anzurichten, damit der Unterricht die nächsten zwei bis drei Wochen entfällt, konnte seitens der Einsatzkräfte in diesem Fall aber nicht entsprochen werden. Nach einer Erkundung konnte der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden was bei den Kindern eher nicht so gut ankam.

Der verletzte Oberbrandrat ...

Dem Hauptinspektionsoffizier ereilte gleich nach der Ankunft ein besonders dramatisches Schicksal. Er rutschte am schneeglatten Gehsteig aus und fiel nieder, was im Normalfall nicht besonders schlimm ist und schon jedem Feuerwehrmann passiert ist. Wenn man hinfällt ist es nur wichtig, dass es die Kollegen nicht sehen, man wird sonst in den meisten Fällen mit durchaus entbehrlichen Ratschlägen versorgt.

... wird sofort gestützt, mit wertvollen Ratschlägen versorgt ...

In diesem Fall waren zum Glück zahlreiche Kollegen zur Stelle um den ranghöchsten Offizier physisch und psychisch zu betreuen. Auch dass der Einsatzfotograf zur Stelle war, um die dramatischen Augenblicke für die Nachwelt zu verewigen, muss als glückliche Fügung des Schicksals bezeichnet werden. Da der verunfallte OBR Dipl. Ing. Hans M. (Name von der Redaktion gekürzt) zum Zeitpunkt seines Fehltrittes das Helmband noch nicht geschlossen hatte, fügte er sich mit dem eigenen Helm ein Cut auf der Nase zu. Da bei „Alarmstufe 2“ zahlreiche Rettungskräfte mitalarmiert werden, war eine unverzügliche professionelle Behandlung der Verletzung sichergestellt. Unter zutiefst mitleidvollen Bemerkungen der anwesenden Kollegen – „Schöner wird er eh nicht mehr“, „Er ist nimmer der Jüngste, kauft´s ihm eine Gehhilfe“ oder „In Zukunft muss vor dem Kommandofahrzeug Hauptinspektion immer ein Streuwagen fahren!“ – wurde der gestrauchelte Oberbrandrat versorgt.

... und psychologisch betreut.

Selbstverständlich wurden durch diesen Vorfall wertvolle Erkenntnisse gewonnen – „Gut, dass er einen roten Helm hat, da sieht man das Blut nicht so!“ – und kreative Verbesserungsvorschläge entwickelt: „Wir kleben ihm ein Tampon innen ans Helmvisier, weil das nimmt dann gleich das Blut auf und außerdem sagen die in der Werbung immer, dass man mit einem o.b. schwimmen, reiten und tanzen kann. Vielleicht kann man auch gehen damit!“

Nachher: Wie neu!

Man sieht jedenfalls, dass man mit einem kleinen Hoppala vielen Kollegen eine große Freude machen kann!

Erfolgreicher Einsatz zumindest für die Rettung

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