Freitag 28. April 2017

6. April 2013

Seminare

Einsatzübung im Wiener Allgemeinen Krankenhaus!

Das Wiener Allgemeine Krankenhaus war am Freitag, den 13. 8. 2004 Schauplatz einer groß angelegten Feuerwehrübung. Ziel der Übung war die praxisgerechte Erprobung der Einsatztaktik und die Optimierung der Kommunikation zwischen Spitalpersonal und den
Die durchaus realistische Übungsannahme war ein Brand im Bereich der Operationssäle auf der Ebene 9. Die Herausforderung für die eingesetzten Kräfte bestand in der Notwendigkeit von gleichzeitigen Brandbekämpfungs-, Menschenrettungs- und Entrauchungsmaßnahmen.

Es wurde einsatzmäßig alarmiert, gemäß der Ausrückeordnung wurde sofort Alarmstufe zwei ausgelöst, was bedeutet, dass zwei Löschbereitschaften – „Hernals“ und „Zentrale“ - die Einsatzstelle anfuhren.

Bei der AKH-Feuerwache wurde eine zentrale Leitstelle eingerichtet. Hier wurde die Infrastruktur genutzt, um Aufstellungsplätze fest zu legen, Ablösen zu organisieren und den Übungsablauf zu dokumentieren. An diesem zentralen Anfahrtspunkt war der Assistenzoffizier positioniert, von hier wurden auch die nachrückenden Kräfte zur Einsatzstelle gelotst. Der Hauptinspektionsoffizier koordinierte den Ablauf von der Leitstelle aus und begab sich bei Notwendigkeit auf die Angriffsebene, um sich vom Einsatzfortschritt zu überzeugen.

Auch bei dieser Übung hat sich die Hochhauseinsatztaktik der Wiener Feuerwehr bestens bewährt. Dabei wird ein Depot auf einer Ebene unterhalb des vom Brand betroffenen Geschosses errichtet, wo Reserveatemschutzgeräte, Funkgeräte aber auch Getränke für die eingesetzten Kräfte deponiert werden.

Das medizinische Personal war bei dieser Übung besonders gefordert. Es wurde an hochmodernen Puppen „operiert“, die richtige Vitalfunktionen simulieren. Werden Fehler gemacht, dann „stirbt“ die Puppe! Die Medizindummies mussten daher sorgfältig stabilisiert und in einen anderen Operationssaal gebracht werden.

Der ranghöchste Offizier vor Ort, OBR Dipl. Ing. Hans Mucska, zeigte sich zufrieden: „Der Übungsablauf verlief plangemäß. Kleine Defekte, wie zum Beispiel ein nicht einwandfrei funktionierender Zufahrtsschranken, konnten erkannt und sofort behoben werden. Das ist schließlich der Zweck derartiger Übungen.“

Während der Großübung musste kurzfristig „Erhöhte Einsatzbereitschaft“ ausgelöst werden. Das bedeutet, dass die Einsätze nach Dringlichkeit gestaffelt werden und die Feuerwehrfahrzeuge mit Blaulicht einrücken. Diese Maßnahme war wegen zahlloser Einsätze, bei denen Sturmschäden der vergangenen Nacht beseitigt werden mussten, notwendig um die Schlagkraft der Feuerwehr trotz der Großübung auf gewohntem Niveau zu halten.

Auch scheinbare Kleinigkeiten können im Ernstfall über Erfolg oder Misserfolg der Intervention entscheidend sein! Die Türen von Fluchtstiegenhäusern haben stiegenhausseitig keine Schnalle. Das ist im Normalfall durchaus sinnvoll, da die flüchtenden Personen gezwungen sind, die Ausgangsebene aufzusuchen. Beim Errichten eines Feuerwehrdepots müssen die Einsatzkräfte diese Türe aber auch von der anderen Seite passieren können. Daher wird die Falle der Türe mit Klebeband fixiert.

Die Berufsfeuerwehr Wien veranstaltet regelmäßig Übungen in Objekten, bei denen im Brandfall eine große Anzahl von Personen gefährdet sein könnte. Dazu zählen neben Spitälern beispielsweise auch Hochhäuser, Einkaufszentren oder U-Bahnstationen. Die dabei gewonnene Ortskenntnis stellt bei einem realen Schadensereignis einen unschätzbaren Vorteil dar.
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