Dienstag 26. September 2017

6. April 2013

Seminare

9. Feuerwehr-Lehrtaucherseminar des ÖBFV

vom 3. - 9.10.04 in MOSCENICKA DRAGA, Kroatien Ein Bericht eines Kursteilnehmers
Zum mittlerweile 9.Mal wurde in Kroatien ein Feuerwehr-Lehrtaucherseminar des ÖBFV durchgeführt. Heuer wurden 16 erfahrene Feuerwehrtaucher aus den Bundesländern Wien, Tirol, Steiermark, Burgenland und Oberösterreich einberufen.

Die Ausbilder Mit der Leitung des Seminars wurde, wie auch schon bei den letzten Kursen, HBM Franz ROSSMANN betraut. Ihn unterstützte ein seit Jahren bewährtes Team von Lehrtauchern der steiermärkischen Feuerwehr- und Zivilschutzschule und diversen Lehrtauchern der Bundesländer.

Straffer Dienstplan verhindert Urlaubswoche Der Ausbildungsort, Moscenicka Draga, ein idyllischer Badeort in der Kvarner Bucht, ca. 20km südlich von Opatija, könnte die Vermutung zulassen, dass es sich eher um einen Badeurlaub, als um einen Lehrgang gehandelt haben dürfte. Dass es absolut kein „Urlaubsaufenthalt“ wurde, sorgte ein straffer Dienstplan mit einem dicht gedrängten Ausbildungsprogramm, das nur durch die eiserne Disziplin aller Kursteilnehmer zu bewältigen war.

Zur Veranschaulichung ein Auszug aus dem Tagesprogramm: 07:00 Uhr Frühsport (Dehungsübungen und Laufen) 08:00 Uhr Frühstück 08:30 Uhr Theoretischer Unterricht im Lehrsaal 10:00 Uhr 1.Tauchgang (Tauchtiefe 40m / Vorgabe: Aufstiegsübung bis 10m) 12:00 Uhr Mittagspause / Mittagsruhe 13:30 Uhr Theoretischer Unterricht im Lehrsaal (Lehrauftritte der Kursteilnehmer) 16:00 Uhr 2.Tauchgang (Tauchtiefe 20m / Vorgabe: Aufstiegsübung bis 5m) 18:00 Uhr Theoretischer Unterricht im Lehrsaal, Nachbesprechung 19:00 Uhr Dienstende

Moscenicka Draga, zu dieser Zeit nahezu frei von Touristen, bietet aus mehreren Gründen sehr gute Voraussetzungen für die Tauchausbildung: • Ein zentral gelegenes Hotel mit der nötigen Infrastruktur, in dem die gesamte Mannschaft untergebracht ist, und in dem die theoretische Ausbildung inklusive der Lehrauftritte und Prüfungen durchgeführt werden kann. • Die Adria in der Kvarner Bucht mit ihren guten Sicht- und Temperaturverhältnissen, sowie die Grundbeschaffenheit (Maximaltiefe ca. 45m) ermöglichen eine überschaubare praktische Ausbildung mit größtmöglicher Sicherheit. • Von Vorteil ist auch die relative Nähe zum Ausgangsort, der steiermärkischen Feuerwehr- und Zivilschutzschule in LEBRING. • Aufgrund des Kurstermines in der Nachsaison sehr wenige Touristen, dadurch ungestörte Ausbildung.

Umfangreiches Programm Die praktische Ausbildung wurde nur wenige Schritte vom Hotel entfernt am Strand durchgeführt. Die Tauchbasis stand uns mit ausreichend Platz für unsere Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung und versorgte uns mit der nötigen Atemluft.

Das Ausbildungsprogramm, das die angehenden Lehrtaucher in dieser Ausbildungswoche zu absolvieren hatten, umfasste: • Wiederholung der gesamten theoretischen Ausbildungsthemen mit den Schwerpunkten Tauchphysik, Tauchgangsberechnungen, Berechnung von Wiederholungstauchgängen, Tauchen in Bergseen. • Resultierend aus den physikalischen Grundlagen Erarbeiten der damit verbundenen Gefahren für den Taucher. • Ausbildungsmethodik und Vortragstechnik einschließlich Lehrauftritten über vorgegebene Themen. • Tauchmedizin, Erste Hilfe bei Tauchunfällen mit praktischem Üben der Rettungskette von der Bergung des Tauchkameraden aus größerer Tiefe bis zur Transport-Druckkammer der Feuerwehr- und Zivilschutzschule Steiermark. • Tauchgänge mit kontrolliertem Auftauchen nach unvorhergesehenen Ereignissen in allen Variationen. Die Analyse der UW-Videoaufzeichnungen von HBM Franz ROSSMANN war bei den Nachbesprechungen eine wertvolle Hilfe. Durch sie wurden alle Schwächen aufgezeigt und Fehler entlarvt.

Sicherheit für die Taucher Dass größtmögliche Sicherheit bei der Feuerwehr-Tauchausbildung keine leere Floskel ist, sondern konsequent praktiziert wird, beweist der enorme materielle und personelle Aufwand. Die mobile Druckkammer der steiermärkischen Feuerwehr- und Zivilschutzschule einschließlich Bedienungsmannschaft war vor Ort. Sie war natürlich auch in die Ausbildung Erste Hilfe bei Tauchunfällen eingebunden. Entsprechend dem internationalen Sicherheitsstandard in der Tauchausbildung wurden jeweils 2 Kursteilnehmer während der praktischen Ausbildung von einem Tauchlehrer begleitet. Während aller Tauchgänge war ein A-Boot der FF Leoben als Sicherungsboot auf dem Wasser. Während des Lehrganges war ein Taucherarzt der Klinischen Abteilung für Thorax- und Hyperbare Chirurgie der Uni-Klinik GRAZ, OA Dr. Heiko Renner anwesend, der die tauchmedizinische Ausbildung in Theorie und Praxis durchführte.

Positives Ergebnis Von 16 Kursteilnehmern erreichten alle das Lehrgangsziel. Diese frischgebackenen Feuerwehr-Lehrtaucher werden nun in den Landesfeuerwehrverbänden, bzw. bei den Berufsfeuerwehren für eine bundesweit einheitliche Ausbildung im Sinne der seit 1988 existierenden Ausbildungsvorschrift „Tauchen“ des ÖBFV mitverantwortlich zeichnen. Roland Pfaffenbauer Feuerwehr der Stadt Linz Fotos: Feuerwehr- u. Zivilschutzschule Steiermark
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