Samstag 25. März 2017

6. April 2013

Seminare

EURO-Höhenrettungstruppe

Im Zuge der umfangreichen Vorbereitungstätigkeiten der Feuerwehr auf die Fußball-Europameisterschaft 2008 wurde im Hinblick auf die Anforderungsprofile auch die Notwendigkeit einer Höhenrettungseinheitersichtlich. Grundsätzlich ist das Ausbildungsniveau eines jeden Feuerwehrmannes in Wien im Rahmen der Höhenrettung sehr hoch und ein Vorgehen an exponierten Stellen (z. B. Aussteigen auf Dächer, Abseilen in Schächte, Besteigen von Turmdrehkranen) sowie die Durchführung von Rettungsmaßnahmenmittels Rettungswanne, Drehleiter und Flaschenzug keine Besonderheit mehr. Für die Durchführung von Spezialaufgaben bei der EURO 08, welche dieses Grundniveau aber überschreiten würden, wurde Ende des Jahres2006 die Bildung der Höhenrettungseinheit als Unterstützung der Einsatzkräfte der Feuerwehr bei Rettungs- und Bergeeinsätzen an exponierten Stellen beschlossen. Die Höhenrettungsgruppe soll grundsätzlich folgende Aufgaben und Einsatzbereiche bei der Europameisterschaft erfüllen: • Durchführung von Rettungsmaßnahmen an exponierten Stellen im Stadion und der UEFA-Sperrzone an den Spieltagen • Durchführung oder Unterstützung der Einsatzkräfte bei Einsätzen an exponierten Stellen im Wiener Stadtgebiet über den gesamten Zeitraum der EURO Einsatzaufgaben wären zum Beispiel: • Irrsinnige Personen oder aber auch nur (alkoholisierte)Fans auf Dächern, Brücken, Turmdrehkranen, Gerüsten, usw. • Rettung abgestürzter Personen innerhalb des Stadions • Abseilen (Schrägseilbergung) von erkrankten oder verletzten Personen aus dem Stadion, wenn andere Zu- und Ausgänge nicht benutzbar sind • Rettung von verletzten Personen aus exponierten Lagen in Verbindung mit DL/TMF und Flaschenzug sowie mit Kranfahrzeugen(WLK, WLL) Eine wesentliche Vorgabe galt es im Rahmen des Bedienstetenschutzes zu erfüllen. Die gesetzlichen Regelungen für den Einsatz von Höhenrettungsgruppen sind sehr hoch und durch Bundesgesetze geregelt. Eine Ausbildung konnte also demnach nur durch eine zertifizierte und die gesetzlichen Vorgabenerfüllende Ausbildungsstätte erfolgen. Nach der Einholung umfangreicher Informationen bei nationalen und internationalen Ausbildungsstättenerfolgte die Auswahl auf die in Wels angesiedelte Höhenwerkstätte. Vom Frühjahr 2007 an bis jetzt wurden insgesamt neun Beamte der Feuerwehr, vorwiegend aus dem Bereich der Technischen Hilfsdienstausbildung, in der Höhenwerkstätte als Höhenrettungsausbildner geschult und ausgebildet. Diese Höhenrettungsausbildnerbilden in der Folge die notwendige Anzahl an Höhenrettern innerhalb der MA68 aus. In Ergänzung zur Ausbildung wurde dann im Sommer 2007 die notwendige Ausrüstung der Höhenrettungsgruppe angeschafft. Diese gliedert sich in eine persönliche Ausrüstung, welche jeder einzelne Höhenretter bekommt und im Einsatzdienst ständig bei Die Höhenrettungstruppe präsentierte ihr Können beim Feuerwehrfest5sich führt. Weiters gibt es eine eigene Rettungsausrüstung für die Rettung von Personen und eine Zusatzausrüstung, welche als Ergänzung der beiden vorher genannten Ausrüstungsteile dient und für spezielle Abseiltechniken(z. B. Schrägseilbergung) verwendet wird. Ebenfalls im Sommer 2007 wurde mit den Adaptierungsarbeiten des ehemaligen Imkerfahrzeuges zu einem Höhenrettungsfahrzeug durch die Werkstätte „Floridsdorf“ begonnen. Nach umfangreichen Planungs- und Umbauarbeiten wird das Fahrzeug mit Jahresende vollständig fertig gestellt sein. Da die Höhenrettungseinheit auch bei komplizierten Fäll- und Schneidarbeiten bei umgestürzten Bäumen zum Einsatz kommen soll, wurden als Zusatzausrüstung auch drei Stück Motorkettensägen der unterschiedlichsten Dimensionierung auf das Fahrzeug aufgerüstet. Um die schon vorhandenen Sondereinheiten der Feuerwehr zukünftig mit der Höhenrettungseinheit nur mehr auf ein Fahrzeug zu konzentrieren, wurden auf das HRF auch drei Stück Schallortungsgeräte der Schallortungsgruppe aufgerüstet. Das Höhenrettungsfahrzeug wird gemäß der Zuständigkeit auf der Hauptfeuerwache „Hernals“ stationiert werden. Ab Jänner 2008 beginnt die Übungs- und Fortbildungsphase für die Höhenrettungseinheit mit dem Schwerpunkt des Ernst-Happel-Stadions und der UEFA-Zone. Natürlich wird die Höhenrettungseinheit auch schon bei den Vorbereitungsspielen zum Einsatz kommen. Einen Bericht von diesen Übungs- und Trainingstätigkeiten der Höhenrettungseinheit sowie die detaillierte Vorstellung des Höhenrettungsfahrzeuges wird es in der nächsten Ausgabe des FIREFIGHTERS geben.
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