Dienstag 26. September 2017

6. April 2013

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Erfolgreiche Einsatzübung im Kaisermühlentunnel

In den Nachtstunden von Montag, den 19. auf Dienstag, den 20. November 2007 blieb der Kaisermühlentunnel im Zuge der A 22 Donauuferautobahn in Fahrtrichtung Stockerau für den Verkehr gesperrt. Der Grund für diese Sperre war eine, alle vier Jahre durchzuführende, Einsatzübung der Feuerwehr, der Polizei, des Roten Kreuzes und der Rettung. Auch das Kriseninterventionsteam der Stadt Wien war involviert. Insgesamt waren an dieser Übung rund 300 Personen beteiligt. Reale Übungssituation Um eine nahezu reale Einsatzsituation nachzustellen, starteten die Vorbereitungsarbeiten am Montag bereits um 20:00 Uhr. Dagmar Jäger, Tunnelmanagerin der ASFINAG Autobahn Service GmbH Ost: „Es gab im Vorfeld viel zu organisieren. So wurde ein Umleitungskonzept konzipiert, dass den Verkehr ohne Störungen über das untergeordnete Straßennetz wieder zurück auf die A 22 Donauuferautobahn leitet, es wurde die Avisierung der Sperre inklusive der Beschilderung geplant und durchgeführt und die Unfallfahrzeuge wurden von der Feuerwehr für die Übung vorbereitet und zum Übungsbereich transportiert und positioniert.“ Zum Inhalt hatte das Übungsszenario, anlehnend an die EURO 2008, ein schweres Busunglück in dessen Folge sich weitere acht Auffahrunfälle ereigneten. „Die besondere Herausforderung bei dieser Übung war sicherlich das inszenierte Energieblackout in der gesamten Tunnelröhre. So musste mit mobilen Beleuchtungsgeräten gearbeitet werden“, berichtet Jäger. Drei Arten der Verständigung der Einsatzkräfte wurden erprobt. Die Meldung durch die Operatoren der ansässigen Tunnelüberwachungszentrale, die Meldung durch Verwendung der im Tunnel vorhandenen Notruftelefone in den Notrufsäulen und die Meldung über Handy. In Summe galt es rund 50 unbekannten Grades verletzte und eingeklemmte Personen zu bergen, erst zu versorgen und anschließend in Krankenhäuser zu bringen. Wie im Realfall auch, war die Einsatzleitung direkt vor Ort. Nach mehr als zwei Stunden war das Einsatzziel dann erreicht: Das Energieblackout war behoben, alle eingeklemmten Personen geborgen und die Verletzten waren versorgt. Resümee Brandrat Ing. Gerhard Pober, Einsatzleiter der Wiener Berufsfeuerwehr: „Die Übungsdurchführung verlief seitens der Feuerwehr mit den anderen Einsatzkräften weitgehend ohne Komplikationen. Das einzige Problem das aufgetreten ist, waren zeitweise Kommunikationsschwierigkeiten, die sich aber auf Grund der Nachbearbeitung dieser Übung in Zukunft vermeiden lassen. Dagmar Jäger resümiert: „Der Rettungsablauf hat sehr gut funktioniert und verlief dank des vorbildlichen Einsatzes aller beteiligten Organisationen sehr ruhig und äußerst professionell. Solche Einsatzübungen sind ganz besonders wichtig, sie trainieren das perfekte Zusammenspiel aller im Einsatz befindlichen Organisationen.“ Die Tunnelexpertin gibt auch Tipps für Fahrzeuglenker: „Es ist besonders wichtig nach einem Unfall im Tunnel sofort die Warnblinkanlage einzuschalten, gesichert das Fahrzeug zu verlassen und sofort eine Unfallmeldung über die Notrufeinrichtungen abzugeben. Denn bereits durch die Abnahme des Notrufhörers wird der Tunnel automatisch auf „gelb blinkend“ geschalten, die Durchfahrtsgeschwindigkeit wird reduziert und der Unfallort wird sofort in der Warte signalisiert. Weiters organisieren die Operatoren in der Überwachungszentrale sofort notwendige Hilfe an richtiger, direkter Stelle. Ein Notruf übers Handy dauert einfach zu lange und das kann unter Umständen Menschenleben kosten. Lassen Sie immer den Schlüssel im Fahrzeug stecken, so können sich die Einsatzkräfte gegebenenfalls Platz verschaffen. Und zu guter Letzt, auch wenn das manchmal nicht einfach ist, bewahren Sie Ruhe, Sie werden von absolut perfekt ausgebildeten und ausgerüsteten Einsatzkräften betreut!“
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