Samstag 25. März 2017

6. April 2013

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CO-Vergiftung

<p align="center"><img src="http://www.firefighter.at/fire/upload/co-vergiftung.jpg"></p>
Sicherheit ist das höchste Gut … die Menschen streben nach der Sicherheit in Form von ABS und Airbags für ihre Autos, nach gesunden Lebensmitteln, Sicherheitstüren und vielem mehr. Der Großteil der Bevölkerung ahnt jedoch nicht, dass die Gefahr oft dort droht, wo man sich am sichersten fühlt – in seinen eigenen vier Wänden. Egal ob man mit Gas, festen oder flüssigen Brennstoffen heizt, die regelmäßige Wartung der Feuerstätte ist von großer Bedeutung. Viele Personen erkennen nicht die Gefahr und die Symptome einer Vergiftung, da Kohlenstoffmonoxid ist ein giftiges, farb- und geruchloses Gas ist, welches keine Atemnot auslöst. Der Körper sendet in diesem Fall keine Warnsignale! Eine akute Vergiftung äußert sich mit den verschiedensten Symptomen (Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit, Bewusstlosigkeit, Angina-Pectoris-Beschwerden, Krämpfe usw.) Häufig zeigt sich auch das Bild eines Herzinfarktes mit EKG-Veränderungen. Eine Konzentration von 0,1 Vol% bzw.1000ppm in der Atemluft wirkt nach längerem Einatmen tödlich. Selbst das Einatmen von geringen Dosen (0,01%=100ppm) führt langfristig zu chronischen Erkrankungen an Herz und Nerven.

In Wien sterben pro Jahr mehrere Personen an den Folgen einer CO-Vergiftung, die durch eine Feuerstätte hervorgerufen wird und es gibt zahlreiche Verletzte. Durch die Sanierung von Altbauten wird oft die Gebäudehülle abgedichtet und ein Luftaustausch ist nicht mehr gegeben. Zu den häufigsten Unfallursachen in Zusammenhang mit Kohlenmonoxid zählen: · Fehlende Verbrennungsluft · Verschmutzte Feuerstätten bzw. Abgasaustrittswächter (mangelnde Wartung) · Abgasrückstau durch erhöhte Außentemperatur · Nicht zulässige Abluftventilationen · 5-Liter Durchlaufwasserheizer ohne Fanganschluss · Bauliche Mängel (Dachbodenausbau etc.)

Jeder Zigarettenraucher erleidet übrigens jeden Tag eine kleine CO-Vergiftung, bei übermäßigem Tabakkonsums zeigen sich auch die typischen Symptome wie Übelkeit und Kopfschmerz. Eine noch größere Gefahr geht jedoch vom Konsum der Shisha oder auch Wasserpfeife aus. Hierbei können durch die unvollständige Verbrennung der gebräuchlichen Kohle sehr hohe Kohlenmonoxidkonzentrationen auftreten und somit den Raucher vergiften. Fatal, wenn man bedenkt, dass viele Eltern ihren Kindern das Rauchen der Shisha erlauben, da sie meinen, diese wäre „gesünder“ als normale Zigaretten.

Feuerstätten brauchen Luft, da eine Verbrennung nur mit Sauerstoff funktioniert. Diese nehmen sich vor allem Gasgeräte alter Bauart meist aus dem Aufstellraum. Die Zuluftöffnungen der Fenster und Türen müssen in diesem Fall unbedingt offen sein (und auch nicht durch Handtücher verhängt), sonst bleibt der Feuerstätte buchstäblich „die Luft weg“. Wenn Fenster und Türen in dem Aufstellraum der Feuerstätte, in der Wohnung oder im Haus abgedichtet oder neu eingebaut werden, sollte mit einer Fachfirma oder dem Rauchfangkehrermeister Rücksprache gehalten werden. Speziell bei raumluftabhängigen Gasgeräten ist die Gefahr der Verschmutzung sehr hoch. Oft befinden sich diese Geräte in der Küche oder im Badezimmer. Durch Haarspray, Waschmittel, Trocknerflusen, Staub, Tierhaare oder fettem Kochdunst können die feinen Düsen des Gasbrenners verstopfen. In der Folge wird die Verbrennung schlechter, der Energieverbrauch steigt und im schlimmsten Fall kann die unvollständige Verbrennung zu einer Kohlenmonoxidvergiftung führen. Bei der Berufsfeuerwehr Wien sind sämtliche Kommando- und Löschgruppenfahrzeuge mit einem CO-Warngerät ausgestattet. Die Diagnostik einer CO-Vergiftung erfolgt neben der Feststellung der typischen Rahmenbedingungen über Bluttests. Die Maßnahmen der Ersthelfer bestehen unter anderem aus Sauerstoffgabe in einem gesicherten Bereich. Weitere Informationen finden sie auf www.co-vergiftung.at
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