Freitag 21. Juli 2017

6. April 2013

Technik

Das neue Medienmobil

Bei zahlreichen Einsätzen der Wiener Feuerwehr ist es absehbar, dass Medienvertreter über einen längeren Zeitraum betreut werden müssen. Das ist hauptsächlich bei Großeinsätzen, die entsprechendes mediales Aufsehen erregen der Fall. Aber auch bei kleineren Einsätzen, bei welchen eine Ausrückung eines Wechselladers „Einsatzleitung“ übertrieben wäre oder wegen mangelnder Platzverhältnisse nicht möglich wäre, kann jetzt das neue Medienmobil verwendet werden. Dieses Fahrzeug bietet für Pressearbeit an der Einsatzstelle trotz kompakter Abmessungen große Vorteile. Durch die Standheizung für den Winter- bzw. der Klimaanlage für den Sommerbetrieb kann im Inneren unabhängig von der Witterung ein angenehmes Klima geschaffen werden. Das Medienmobil kann völlig autark agieren, wenn keine externe Stromversorgung verfügbar ist, kommt der eingebaute Stromerzeuger zum Einsatz. Der primäre Zweck des Fahrzeuges ist es, im Inneren Interviews oder Dreharbeiten vor zu besprechen, die dann an der Einsatzstelle oder vor dem Fahrzeug umgesetzt werden. Dazu ist im Fahrzeug eine kleine Sitzgarnitur mit einem Arbeitstisch montiert. Für die Verpflegung von Journalisten oder Einsatzkräften stehen ein kleiner Kühlschrank und ein Mikrowellenherd zur Verfügung. Je nach Bedarf wird auch ein Laptop mit entsprechendem Zubehör mitgeführt.

Das Medienmobil kann auch bei verschiedenen Veranstaltungen eingesetzt werden. Für diesen Zweck ist die linke Fahrzeugseite aufklappbar eingerichtet, so dass das Fahrzeug als mobiler Verkaufsstand oder zum Austeilen von Informationsmaterial geeignet ist. Es ist auch möglich zwei Zelte an dem Fahrzeug zu befestigen. Dadurch wird zwar Platz für zahlreiche Personen geschaffen, die Flexibilität des Fahrzeuges geht dadurch aber verloren, da ein Standortwechsel mit angebauten Zelten nicht mehr möglich ist. Das Fahrzeug verfügt über ein sehr effizientes Beschallungssystem. Im Inneren sind herkömmliche Boxen montiert, am Fahrzeugäußeren befinden sich wasserdichte Lautsprecher. Es werden auch gewaltige externe Boxen mitgeführt, mit denen man jede Open-Air-Disco alt aussehen lassen kann. Der Zweck der Beschallungsanlage liegt natürlich nicht in der Musik sondern im Verstärken von Stimmen bei Präsentationen, Vorführungen usw. Mit einem Funkmikrofon kann man auch in großer Distanz zum Fahrzeug beispielsweise Vorführungen kommentieren. Die Ansteuerung der verschiedenen Lautsprecherpaare bzw. das Abmischen von Stimme und Musik geschieht über ein fest installiertes Mischpult. Ebenfalls fix eingebaut ist ein CD-DVD und VHS-Player, die Bildausgaben erfolgen über einen an der Innenwand befestigten Flachbildmonitor.

Auch optisch kann sich das Fahrzeug, speziell wenn es finster ist, im wahrsten Sinn des Wortes sehen lassen. Zahlreiche Innenbeleuchtungen und eine komplette Rundumbeleuchtung lassen das Medienmobil zu einem gut sichtbaren Treffpunkt werden. Darüber hinausgehend ist am Dach ein pneumatisch ausfahrbarer Lichtmast mit 4x500 Watt starken Scheinwerfern montiert, welche die Nacht bei Bedarf zum Tag werden lassen. Beim Basisfahrgestell des Fahrzeuges, welches von der Fa. Dlohy in Tulln nach Entwürfen der Feuerwehr aufgebaut wurde, handelt es sich um einen Opel 2400 . Das Fahrzeug ist als PKW typisiert, wodurch es alle FeuerwehrmitarbeiterInnen lenken können. Das Medienmobil – der Name ist übrigens nicht optimal, in Zukunft wird es wahrscheinlich Pressemobil genannt – ist naturgemäß kein Fahrzeug der ersten Welle. Bei entsprechenden Einsätzen wird man versuchen, das Fahrzeug mit dem Pressesprecher und seiner Ausrüstung zu besetzen. Bewährt hat sich das Fahrzeug bereits bei einem großen Schadstoffeinsatz im Sommer 2005, beim Donauinselfest und bei den Feuerwehrvorführungen am Rathausplatz zum Nationalfeiertag. Die Standortwache ist derzeit die Hauptfeuerwache „Leopoldstadt“.
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