Dienstag 26. September 2017

6. April 2013

Technik

Das neue Tanklöschfahrzeug TLF-2400

Mit Ende Oktober 2012 wurden drei Stück der neuen Tanklöschfahrzeuge TLF als Nachfolgefahrzeuggeneration der Universallöschfahrzeuge ULF an die MA 68 ausgeliefert. Die drei Prototypen werden vorerst auf drei Hauptfeuerwachen stationiert und durchlaufen, genauso wie die Hilfeleistungslöschfahrzeuge, einen Probebetrieb im Einsatzalltag. Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus diesem Probebetrieb fließen in die Fahrzeugoptimierung der Folgefahrzeuge ein.

Fahrgestell, Antrieb: Beim Fahrgestell des neuen TLF handelt es sich um ein MAN Fahrgestell der Type 14.290 4x4 BL mit einem Radstand von 3650 mm. Der Antrieb des Fahrzeuges erfolgt über einen 6 Zylinder Reihendieselmotor mit einer Leistung von 213 kW (290 PS), welcher die derzeitigen Anforderungen an das Abgasverhalten (EURO 5 + EEV) vollständig erfüllt, sowie über ein vollautomatisches 5-Gang ZF Wandlergetriebe mit Primärretarder. Das Fahrzeug verfügt, wie die derzeit im Dienst stehenden Fahrzeuge, über einen permanenten Allradantrieb mit einer Längs- und je einer Querdifferentialsperre an Vorder- und Hinterachse. Die Vorderachse ist blattgefedert, die Hinterachse luftgefedert.

WESENDLICHE ÄNDERUNGEN UND NEUERUNGEN ZUM DERZEITIGEN ULF Bremsen: Scheibenbremsen mit Innenbelüftung an beiden Achsen. Wahleinrichtung Automatikgetriebe: Die Betätigungseinrichtung für das Automatikgetriebe ist keine Konsolenschaltung mehr, sondern ein Drehschalter an der bekannten Position. Wesentlich ist, dass beim Schalten (z.B. von D auf R) auf Grund neuer Bestimmungen „fest“ auf das Bremspedal (ca. 30-40% Bremsdruck) gedrückt werden muss, damit das Getriebe den Gang einlegt. Bei „leichter“ Betätigung wie z.B. beim derzeitigen Rüstlöschfahrzeug RLF wird kein Gang genommen. Federung/Fahrwerk: Das Fahrwerk verfügt, wie bereits jenes der RLF, über Blattfedern an der Vorderachse; die Hinterachse ist jedoch über 4 Luftbälge luftgefedert. Dies hat den Vorteil, dass das Fahrgestell z.B. beim Überfahren von Hindernissen leicht (um einige cm) angehoben werden kann. Bedienung der feuerwehrtechnischen Einrichtungen (Blaulicht, Umfeldbeleuchtung, etc.) : Die Bedienung erfolgt über eine zentrale Bedieneinheit (auf Basis CAN- Bussystems) im Fahrerhaus (bzw. für die Löscheinrichtungen am Heck); d.h. hier sind alle Schalter, die vorher am Armaturenbrett „eingegliedert“ waren, zusammengefasst. Damit wurde erreicht, dass das Armaturenbrett nur die für das Fahrgestell notwendigen Schalter enthält und damit übersichtlicher bleibt. Das TLF wurde zur Erzielung einer vereinfachten Bedienung – so weit als möglich an die Ausführung des HLF angelehnt. Das Fahrgestell wie auch die Ausgestaltung des Fahrzeug- Innenraums sind nahezu ident zum HLF. TECHNISCHE DATEN Fahrgestellmarke/Type: MAN TGM 14.290 4x4 BL Motor: 6-Zylinder Reihendieselmotor 6,9l Hubraum, Euro 5 EEV Leistung: 213 kW / 290 PS Drehmoment: 1.150 Nm bei 1200-1750 U/min Kraftübertragung: 5-Gang Vollautomatikgetriebe ZF 5 HP 592 C mit Primärretarder 2-stufiges Verteilergetriebe mit Längsausgleichssperre Vorder- und Hinterachse mit Differentialsperren (Längs- und Quersperren) Bremsen: 2-Kreis Druckluftbremse mit innenbelüfteten Scheibenbremsen an Vorder- und Hinterachse Feststellbremse: Federspeicher auf Hinterachse wirkend, sowie Einbremsung der Vorderachse über ein elektrisch angesteuertes Magnetventil. Fahrhilfen: ABS und MAN BrakeMatik® - elektronische Unterstützung für die Aktivierung des 3. Bremssystems (Retarder) Fahrzeugbreite / über Spiegel: 2.374 mm / 2.675 mm Fahrzeughöhe (beladen): 3.400 mm über den Wasserwerfer 3.200 mm über den Gesamtaufbau (auf Grund der Luftfederung ist das Fahrzeug im unbeladenen Zustand über der Hinterachse gleich hoch und an der Vorderachse nur geringfügig ca. 3cm höher) Höchstzulässige Gesamtmasse: 14.500 kg Aufbau: „AT neu“ der Fa. Rosenbauer in Aluminium- Sandwichbauweise

linke Geräteraum-Seite

rechte Geräteraum-Seite

Detailansicht Geräteraum 1

Detailansicht Geräteraum 2

Dachansicht

LÖSCHTECHNIK-PUMPE, WASSERTANK,SCHAUMZUMISCHUNG Einbaupumpe: Beim neuen TLF wurde eine Heckeinbaupumpe N 35 (diese erfüllt die Normleistung einer FPN 10-3000 – liefert also mindestens 3000 l/min bei 3 m Saughöhe und 10 bar Ausgangsdruck) eingebaut. Dabei handelt es sich um ein Nachfolgemodell der Heckeinbaupumpe N 30 des RLF bzw. ULF. Die tatsächlich am Pumpenprüfstand ermittelte maximale Förderleistung liegt dabei etwas über den in der Norm geforderten Werten. Im Tanksaugbetrieb bzw. im Einspeise- Betrieb bei ausreichendem Zulauf ist eine Förderleistung von ca. 4.000 l/min bei 10 bar möglich. Der Schließdruck beträgt 16 bar.

Heckeinbaupumpe N35 mit den heckseitigen Ein- und Ausgängen

Ein Saugbetrieb ist über den heckseitig befindlichen A125-Saug-/Druckeingang (mit AB-Übergangsstück) sowie den in der Pumpenmitte (unter der Verkleidung der Heckeinbaupumpe) befindlichen A125-Saug-/Druckeingang (unter Verwendung der Saugausrüstung des Fahrzeuges – gelagert in der Dachkiste) möglich. Bedienung der Pumpe/Werfer: Die Pumpenbedienung erfolgt über ein logisch aufgebautes Bedienfeld im Heck (bzw. im Fahrerhaus für die Pumpen- und Werferbedienung – auch im “Pump and Roll“ Betrieb). Zur Aktivierung der Pumpe und das Herstellen des “Bereitschaftszustandes“ (Druck an den Abgangsventilen) ist dabei nur ein Tastendruck (EIN) und das Einstellen des gewünschten Drucks mit dem “Drehrad“ erforderlich. Der gewünschte Ausgang kann dann ebenfalls mit nur einem Tastendruck aktiviert werden. Die weiteren Funktionen werden über Auswahltasten neben dem Anzeigedisplay des Bedienstandes geschalten. Am Display werden der aktuelle Fahrzeugzustand, die weiteren möglichen Einstellungen/Funktionen und Warnungen, zum Teil in Symbolform und zum Teil als Klartext, in übersichtlicher und logischer Weise angezeigt. Zur Steuerung des am Dach montierten RM15 Wasserwerfers dient ein neben dem Fahrersitz situierter Joystick, welcher über eine Nachlaufsteuerung verfügt.

Bedienung der Pumpe vom Fahrerstand

Pumpenstand im Heckbereich

Löschmitteltanks: Das neue TLF verfügt über einen 2400l Wassertank und über einen 230l Schaummitteltank. Als Schaummittel wird für dieses Fahrzeug ein alkoholbeständiges AFFF Schaummittel verwendet. Die verfügbare Löschwassermenge im Tank ist über eine LED Anzeige auf beiden Fahrzeugseiten (hinter der Fahrer- bzw. Beifahrertüre) für den Einsatzleiter bzw. Zugskommandanten leicht ersichtlich (Anzeige Voll bis ¼ des Inhalts blau, unter einem ¼ rot). Leitungsführung: Das TLF verfügt, wie auch das HLF, über heckseitig gelegene Ein- und Ausgänge, sowie einen Ausgang an der Fahrzeugfront. In Geräteraum 5 befinden sich darüber hinaus zusätzlich ein A-, sowie ein B- Druckausgang (somit kann die Förderleistung der Pumpe auch voll ausgenutzt werden). Druckausgänge: · 1 B – Druckausgang Storz mit Übergangsstück B – C an der Fahrzeugfront unter der Stoßstange · 1 B – Druckausgang Storz am Fahrzeugheck rechts · 1 C – Druckausgang Storz am Fahrzeugheck rechts · Wasserwerfer RM15 am Dach · 1 A – Druckausgang Storz in Gerätetiefraum 5 · 1 B – Druckausgang Storz in Gerätetiefraum 5 Druckeingänge: · 1 B – Druckeingang Storz am Fahrzeugheck links · 1 A125 – Saug-/Druckeingang Storz mit AB-Übergangsstück am Fahrzeugheck links · 1 A125 – Saug-/Druckeingang in der Pumpenmitte (unter der Verkleidung der Heckeinbaupumpe) è Beide A-Eingänge können zum Saugen verwendet werden (theoretisch auch gleichzeitig, z.B. bei Saugbrunnen mit 2 Anschlüssen, was eine Erhöhung der Förderleistung mit sich bringt)!

Die Abgänge werden über pneumatisch angetriebene, hydraulisch gedämpfte (für sanfteren Öffnungs- und Schließvorgang) Stellorgane vom Pumpenbedienstand aus geöffnet und geschlossen. Weiters ist jeder Abgang zusätzlich mit einer manuellen Entleereinrichtung versehen. Wasserwerfer: Am Fahrzeugdach ist ein, vom Fahrerplatz aus fernsteuerbarer, Wasserwerfer vom Typ RM15 mit einer Wasserleistung von bis zu 1500l/min montiert. Die Durchflussmenge kann elektrisch verstellt werden, wobei es 2 Stufen gibt. In der Grundprogrammierung ist eine Leistung von ca. 600 l/min bei 10 bar voreingestellt, diese Menge kann durch eine Taste am Joystick einfach auf die volle Durchflussmenge erhöht werden. Die Wurfweite beträgt rund 50 m. Zur Erzeugung von Schwerschaum (mit einer Verschäumungszahl zwischen 5 und 10) muss ein Aufsatzstück händisch montiert werden, welches am Dach in der Alu-Kiste gelagert ist.

fernsteuerbarer Wasserwerfer RM15 am Kabinendach

Schaumaufsatz für den RM15 (in der Dachkiste gelagert)

Schaumzumischsysteme: Das neue TLF ist mit zwei verschiedenen Schaummittelzumischsystemen ausgestattet. Zum einen verfügt es über die aus dem HLF bekannte Druckzumischanlage DIGIMATIC, mit welcher jedoch nicht der gesamte Bereich der Pumpenförderleistung abgedeckt werden kann. Zur Zumischung größerer Schaummittelmengen ist daher zusätzlich eine (bereits aus RLF und ULF bekannte) Schaummittelvormischanlage FIX MIX eingebaut. Die Schaummittelfördermenge der DIGIMATIC ist auf Grund ihres Elektroantriebes begrenzt (max. 22 l/min) und wird deshalb eher für die Zumischung bei niedrigen Förderleistungen (z.B. bis zu zwei M4/S4 Schaumrohre bei 3% Zumischrate) verwendet. Die DIGIMATIC kann auf die beiden hinteren Ausgängen oder den vorderen Ausgang geschalten werden (äquivalent zum HLF). Das Schaummittelzumischsystem FIX MIX hingegen kann eine Schaummittelfördermenge von bis zu 180 l/min bei 6% Zumischrate erreichen. Beide Zumischsysteme können über den eingebauten Schaumtank betrieben werden. Das Pumpenvormischsystem FIX MIX kann zusätzlich über den heckseitig rechts angeordneten Schaummittel- Fremdsauganschluss betrieben und somit Schaummittel aus externen Behältern angesaugt werden. Bei der DIGIMATIC kann über die D-Kupplung im Gerätetiefraum 5 aus externen Gebinden fremdgesaugt werden. Der Vorteil der DIGIMATIC gegenüber der FIX MIX Anlage ist, dass damit auch im niedrigen Zumischratenbereich gearbeitet werden kann und auch Schaummittel (bzw. auch Dekomittel), bei welchen Zumischraten <1% notwendig sind, zugemischt werden können. Weiters wird beim Schaumbetrieb über die DIGIMATIC die Feuerlöschkreiselpumpe (im Gegensatz zur Verwendung der FIX MIX- Pumpenvormischung) nicht kontaminiert, wodurch die langwierige Spülung der Pumpe nach einem Schaumeinsatz entfällt. Der 230 Liter Schaummitteltank kann über den Schaummittelfüllanschluss der DIGIMATIC mit Schaummittel gefüllt werden (Umkehrung der Förderrichtung). Es sind folgende zwei Betriebsarten möglich: 1) DIGIMATIC: Vorderer oder hintere 2 Druckabgänge mit Schaummittel versorgt. Zumischung: 0,1 bis 6% Zumischrate (stufenlos) max. förderbare Schaummittelmenge: 22 l/min 2) FIX MIX: Alle Abgänge mit Schaummittel versorgt. Zumischung: 1, 3 und 6% Zumischrate Max. förderbare Schaummittelmenge: 30l/min (bei 1%), 90l/min (bei 3%) sowie 180l/min (bei 6% Zumischrate) à mit der FIX MIX ist eine Zumischung bis zur maximalen Zumischrate bei der maximalen Pumpenfördermenge möglich! Funktionsweise des Druckzumischsystems DIGIMATIC: Mit dem Druckzumischsystem DIGIMATIC ist es möglich, unabhängig von den Druckverhältnissen Schaummittel im Bereich von 0,1 bis 6% Zumischrate dem Löschwasser genau zuzumischen. Als Zumischpumpe wird eine Doppelmembranpumpe verwendet, die über einen drehzahlgeregelten Elektromotor angetrieben wird. Die Löschwassermenge wird über einen Durchflussmengenmesser gemessen und die erforderliche Schaummittelmenge die proportional zur Motordrehzahl der Zumischpumpe ist über ein Steuergerät ermittelt und Schaummittel in die Löschwasserleitung über eine Einspritzdüse eingespritzt. Funktionsweise des Pumpenvormischsystems FIX MIX: Die automatische Pumpenvormischanlage FIX MIX dient zum Zumischen von Schaummittel zum Löschwasser. Das Pumpenvormischsystem FIX MIX wurde auch schon bei den RLF und ULF zur Schaummittelzumischung verwendet, und ist aufgrund seiner hohen Zuverlässigkeit auch wieder neben dem Druckzumischsystem DIGIMATIC am TLF verbaut. FIX MIX ist ein an der Feuerlöschpumpe montiertes Zusatzgerät, das ein konstantes Verhältnis zwischen abgegebenem Wasser und Schaummittel auch bei unterschiedlichem Druck und unterschiedlichem Förderstrom herstellt. Druckseitig wird nach dem Pumpenraum ein Teil des Wasserstromes in die Treibleitung abgezweigt, in welcher sich ein Injektor zur Schaummittelzumischung befindet. Abhängig von der Wasserentnahme wird ein an einer Steuerstange befindlicher Wasserkegel in der Druckleitung mehr oder weniger angehoben. Durch diese Hubbewegung werden drei an der gleichen Steuerstange befindliche Schaummitteldosierkegel (ein Kegel für jeweils 1%, 3% und 6% Zumischrate) mitgehoben, welche die erforderliche Schaummittelmenge freigeben. Anschließend wird das freigegebene Schaummittel im Injektor („Wasserstrahlpumpenprinzip“) in die Treibwasserleitung zugemischt, und passiert erneut den Pumpenraum, von dem das Wasser-Schaummittel-Gemisch anschließend zu den Druckausgängen gelangt.

prinzipieller Aufbau der Rosenbauer FIX MIX

prinzipieller Aufbau der Rosenbauer DIGIMATIC

Stromgenerator: Der eingebaute Drehstromgenerator mit 11 kVA Leistung entspricht exakt der Type, welche im derzeitigen RLF bzw. HLF in Verwendung steht, und hat somit eine höhere Leistung als der 8 kVA Drehstromgenerator der ULF. Der Lichtmast ist wie beim HLF mit 24V Hochleistungs-LED-Scheinwerfer ausgestattet und nicht mehr am Generator angeschlossen.

pneumatisch ausfahrbarer LED- Lichtmast

WEITERE NEUERUNGEN Umfeldbeleuchtung und Lichtmast sind als energiesparende LED-Scheinwerfer ausgeführt, laufen mit der Fahrzeugspannung von 24V und können daher jederzeit ohne Drehstromgenerator in Betrieb genommen werden. Sondersignalanlage: Die Leuchtstärke der Blaulichter kann bei Nacht oder Nebel reduziert werden um die eigene- bzw. die Blendung anderer Verkehrsteilnehmer zu reduzieren. Die Betätigung des Folgetonhorns ist neben der Taste an der Fahrerhausbedieneinheit und dem Hupenschalter des Fahrzeuges nunmehr auch über einen Fußtaster im linken Fußraumbereich möglich. Beleuchtung im Mannschaftsraum: Diese ist 2-stufig ausgeführt, um einerseits eine ausreichende Beleuchtung für die Mannschaft beim Ausrüsten auf der Anfahrt zu gewährleisten und andererseits den Maschinisten möglichst wenig zu „blenden“. Drehtreppe für den Mannschaftsraum: Diese konnte bei der neuen Fahrzeuggeneration nun realisiert werden (war bei der RLF-Generation technisch noch nicht möglich) und bietet eine optimale Ausstiegsmöglichkeit bei nahezu jedem Türöffnungswinkel. Zusätzlich wird durch diese Art der Treppe, insbesondere auch mit den Sichtfenstern im unteren Türbereich die Unfallgefahr und Beschädigungsgefahr sowohl von Fremdfahrzeugen als auch des eigenen Fahrzeuges minimiert. Verbesserter Auftritt und Sitz für den Gruppenkommandanten: Der Auftritt beim Gruppenkommandanten wurde gegenüber dem original verbauten Auftritt vergrößert, damit eine größere rutschfeste Trittfläche zur Verfügung steht. Beim Beifahrersitz mit der integrierten Atemschutzhalterung wurde auf das neueste am Markt verfügbare Modell der Fa. Bostrom zurückgegriffen. Dieses verfügt gegenüber dem bisher verwendeten Modell über einen wesentlich besseren Seitenhalt, wodurch der Sitzkomfort erhöht wird. Der 3-Punkt Sicherheitsgurt ist ebenfalls im Sitz integriert. 3-Punkt Sicherheitsgurte: Bei der neuen TLF Generation stehen nun für alle Sitzplätze 3-Punkt Gurte zur Verfügung, um eine maximale Sicherheit zu gewährleisten. Umfeldbeleuchtung: Als Umfeldbeleuchtung sind beim TLF LED-Hochleistungsscheinwerfer verbaut, die eine optimale Umgebungsausleuchtung garantieren. Eine wesentliche Neuerung ist hier auch, dass die Umfeldbeleuchtung im Rangierbetrieb eingeschaltet bleiben kann, und sich ab einer Fahrgeschwindigkeit von ca. 15 km/h selbsttätig abschaltet. Neben der Beleuchtung in der Dachgalerie ist auch im Unterbodenbereich des Fahrzeuges eine LED-Beleuchtung verbaut, die den Bodenbereich unmittelbar beim Fahrzeug ausleuchtet, wodurch eventuelle Bodenunebenheiten bzw. Stolperfallen leichter gesehen werden können. Werden die Tiefraumklappen geöffnet, so werden diese durch die o.g. LED Beleuchtung beleuchtet. Kennzeichnung Watfähigkeit: Für die bessere Abschätzung der Wassertiefe beim Durchfahren von überschwemmten Straßen etc. in Relation zur maximal möglichen Wattiefe des Fahrzeuges sind entsprechende Höhenmarkierungen an der vorderen Fahrzeugstoßstange angebracht. Drucklufthaspel: Im Geräteraum 4 ist eine Drucklufthaspel (10 m nutzbare Länge und 6-8 bar Arbeitsdruck) verbaut die z.B. für Reinigungszwecke oder die Versorgung der Hebekissen verwendet werden kann. Reinigungsbrett: Neben der Drucklufthaspel ist im GR 4 auch ein Wasseranschluss für die persönliche Reinigung, inkl. Seifenspender, Spender für Desinfektionsmittel und einem Spender für Papierhandtücher verbaut.

Reinigungsbrett inkl. Drucklufthaspel im Geräteraum 4

GERÄTE FÜR DEN BRANDEINSATZ Für den Löschangriff stehen am TLF zwei herkömmliche C-Hohlstrahlrohre mit einer Leistung von 115/ 230/ 300/ 475l/min Wasserdurchflussmenge (Standardeinstellung 230 l/min, ohne Haltegriff, damit die Strahlrohrhaltung im Innenangriff primär auf der Düse und auf dem Absperrbügel erfolgt) sowie einem B-Hohlstrahlrohr mit Haltegriff und einer Leistung von 800 l/min zur Verfügung. An Druckabgängen stehen ein B-Frontabgang (unterhalb der Stoßstange), ein B- und ein C Heckabgang zur Verfügung. Weiters besitzt das TLF einen A- und einen B- Druckausgang im Geräteraum 5. Darüber hinaus befindet sich im Fahrzeugheck links ein A- und ein B-Druckeingang sowie ein A-Druckeingang in der Pumpenmitte. Die Druckabgänge können variabel entweder front- oder heckseitig durch die Schaummitteldruckzumischanlage mit Schaummittel versorgt werden. An Schlauchmaterial stehen 10 Stk. C-Druckschläuche (Gesamtlänge 200 m) und 8 Stk. B-Druckschläuche (Gesamtlänge 160 m) zur Verfügung. Das Schlauchmaterial ist zur besseren Sichtbarkeit (Innenangriff und Stolperschutz) in einer Signalfarbe ausgeführt.

ergänzende Branddienstausrüstung

ergänzende Branddienstausrüstung

Zur Bekämpfung von Flüssigkeitsbränden, bzw. Abdecken brennbarer Flüssigkeiten oder Fluten von Räumen gehören jetzt zwei Kombischaumrohre KR 4/15-50 zum Inventar des TLF. Zur Brandbekämpfung an schwer erreichbaren Stellen wie z.B. Zwischenböden ist das TLF mit einer Löschlanze Fognail samt Zubehör (Spezialhammer, D-Druckschlauch, und C/D-Übergangsstück) bestückt.

Fognail- Geräteset

Weiters wird im Pumpenraum ein tragbarer Wasserwerfer (mit integrierten) mit B- Anschluss und einer Förderleistung von bis zu 950 l/min bei 10bar zum Aufbringen größerer Löschwassermengen im Außenangriff bzw. zur gefahrlosen Kühlung von Gasflaschen mitgeführt.

ergänzende Branddienstausrüstung

Be- und Entlüftung im Brand- und Schadstoffeinsatz: Zur Durchführung von Belüftungsmaßnahmen steht am TLF ein elektrisch angetriebener Lüfter (Ramfan EFC 120X) mit Ex- geschütztem Motor wie auch eine Saug/Drucklutte zur Verfügung. Dies soll insbesondere Lüftungsmaßnahmen von Schächten, Kanälen und dgl. im Schadstoffeinsatz erleichtern. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass sich der Ex- Schutz nur auf den gekapselten Motor bezieht, angesaugte Steinchen jedoch weiterhin einen Zündfunken bilden können! Aufgrund der Temperaturbeständigkeit des Lüfters ist auch eine Entrauchung von Kellern, Tiefgeschoßen etc. im Zuge von Brandeinsätzen damit möglich. Der Lüfter hat dabei eine Leistung von rund 6000 m³ Luft/Stunde (dabei ist die durch den Luftstrom mitgerissene „Injektionsluftmenge“ jedoch nicht berücksichtigt).

elektrische Lüfter „Ramfan“ wird gemeinsam mit einer Saug- und Drucklutte (oben rechts) im Geräteraum 3 gelagert

GERÄTE FÜR DIE TECHNISCHE HILFELEISTUNG Im Bereich der technischen Hilfeleistungsausrüstung wurde das, schon beim ULF angewendete, Konzept beibehalten – das TLF stellt in diesem Bereich prinzipiell eine Ergänzung des HLF bzgl. des gewaltsamen Schaffens von Zugängen bzw. dem Öffnen von Dächern dar. Weiters soll durch das mitgeführte hydr. Rettungsgerät künftig beim Ersteintreffen bei Verkehrsunfällen mit eingeklemmten Personen (z.B. während eines Ausnahmezustandes) das Setzen erster Rettungsmaßnahmen möglich sein. Die nachfolgenden technischen Gerätschaften wurden auf das TLF aufgerüstet: Geräteraum 1: · Hydraulikaggregat Weber V-Ecosilent (mit Verbrennungsmotor) · Kombispreizer Weber Vario SPS400 · Rettungszylinder Weber RZT 2-775 (inkl. 250mm Verlängerung) · Handpumpe Weber DPH 3215SA · Hydraulikschläuche mit Single- Kupplung 2 x 10m · Motortrennsäge Partner K650 · Universalwerkzeug TNT Tool Geräteraum 2: · Holmatro Türöffnungsgerät · Motorrettungssäge Stihl MS460 · Trennschleifer

GERÄTE FÜR DIE ABSTURZSICHERUNG Mit der Einführung der TLF wird – äquivalent zu den HLF – auch eine neue Generation von Gerätschaften zur Absturzsicherung innerhalb der MA68 eingeführt. Hierzu sind alle dafür nötigen Ausrüstungsgegenstände unter dem Überbegriff „Gerätesatz Absturzsicherung“ in einem Rucksack zusammengefasst und im TLF (wie auch im HLF) im Geräteraum 3 gelagert.

GERÄTE FÜR DEN SCHADSTOFFEINSATZ Das TLF wurde, wie auch schon sein Vorgänger, so konzipiert, dass mit der mitgeführten Schadstoffausrüstung die Durchführung dringlicher Erstmaßnahmen bei Schadstoffaustritten wie zum Beispiel ein Auffangen oder provisorisches Abdichten möglich ist. Dabei wurde der Umfang der Ausrüstung jedoch etwas erweitert. Es werden am TLF überblicksmäßig folgende Schadstoff- Ausrüstungsgegenstände mitgeführt: Geräteraum 1: · Falttank 3000 l (offen, ident zum RLF) · Auffangwanne 550 l (gelb) · 2 Einwegbehälter 60 l (mit Deckel) · 2 Kanalabdeckmatten · Leerkanister für Fremdtreibstoff Geräteraum 2: · Auffangwanne 160 l (gelb) · 5 Sortimokoffer (blau) mit folgendem Inhalt: · Ölwehrnotbesteck · Leckstellenbandage und Fassbandage mit Ratschengurt · Leckmaster 30 x 30 cm · Antistatikset · Leer (momentan Reservekoffer) Geräteraum 3: · 6 Einwegschutzanzüge · 3 Paar Chemieschutzhandschuhe Geräteraum 4: · 2 Einwegbehälter 300 l (mit Planenkopf) · PEG 400 Reinigungsmittel für wasserunlösliche Stoffe Geräteraum 5: · C- Hydroschild Geräteraum 6: · Hebelmembranpumpe (groß) · 12 kg Absodan Universalbindemittel Pumpenraum: · 3 Splash-1000 Schutzanzüge (Schutzstufe 2) in Überwurfausführung · Gummistiefel Dachkiste: · 2 C- Düsenschläuche

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