Donnerstag 27. April 2017

6. April 2013

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Sicherheit beim Eislaufen

Ein großer Spaß im Winter ist das Spielen, Spazieren oder Schlittschuhlaufen auf gefrorenen Gewässern. Die Wiener Feuerwehr warnt jedoch davor, die Tragfähigkeit einer Eisdecke zu überschätzen. Jahr für Jahr ereignen sich zahlreiche Unfälle dadurch, dass jemand ins Eis einbricht. Verunglückte ziehen sich im eisigen Nass Unterkühlungen, Kälteschocks oder schwere Erfrierungen zu. Kommt nicht nach wenigen Minuten Hilfe, droht der Tod durch Ertrinken. Wie man Eisunfällen vorbeugt und im Notfall anderen oder sich selbst hilft: Am sichersten ist es, nur offiziell freigegebene Eisflächen zu betreten. Amtliche Verordnungen schreiben dafür eine Eisdicke von 15 cm oder mehr an allen Stellen vor. Sind dunkle Stellen sichtbar oder es knistert und knackt beim Betreten, ist das Eis noch zu dünn. Auch an Flussmündungen, unter Brücken oder in Ufernähe ist höchste Vorsicht geboten. Es empfiehlt sich, grundsätzlich nie alleine, an einsamen Stellen oder bei Nebel und Dunkelheit ein zugefrorenes Gewässer zu betreten. Ist jemand ins Eis eingebrochen, muss umgehend die Feuerwehr (122) und der Rettungsdienst (144) verständigt werden. Andere Passanten sollten auf den Unfall aufmerksam gemacht und um Mithilfe gebeten werden. Das kalte Wasser gibt einem aber nicht genügend Zeit, um auf professionelle Hilfe zu warten. Nach spätestens fünf bis acht Minuten im eiskalten Wasser wird es für den menschlichen Körper lebensgefährlich. Man muss daher schnell und entschlossen handeln! Um Folgeunfälle zu vermeiden, muss man auf die eigene Sicherheit achten. Man darf sich niemals aufrecht stehend, sondern immer nur robbend zum Eingebrochenen bewegen. So verteilt man sein Gewicht besser auf der Fläche und läuft nicht Gefahr, selbst im eiskalten Wasser zu landen. Sind mehrere Helfer vor Ort, kann man eine Menschenkette zur Unglücksstelle bilden, bei der alle flach auf dem Boden liegend die Füße des Vordermannes festhalten.

Wer allein ist, sollte sich nach etwas umsehen, mit dem er sich am Ufer sichern kann. Optimal wäre ein Seil, beispielsweise aus dem Auto. Ein Opfer sollte man nicht mit der Hand aus dem Wasser ziehen, sondern mit einem Hilfsmittel, welches man zur Not auch loslassen kann. Hierzu eignen sich beispielsweise ein langer Ast oder ein reißfestes Kleidungsstück. Nach der Rettung muss der Verunglückte langsam wieder aufgewärmt werden, am besten in einem Raum. Erst dort sollen die nassen Kleider entfernt und der Verunfallte in Decken gehüllt werden. Der Gerettete soll flach auf dem Boden liegen und sich möglichst wenig bewegen. Sonst droht ein Herz-Kreislaufstillstand, da kaltes Blut aus Händen und Füßen ins Innere des Körpers fließt. Es wird darauf hingewiesen, dass bei Unglücksfällen im Rahmen der Zumutbarkeit eine Verpflichtung zur Hilfeleistung besteht. Unterlassene Hilfeleistung kann geahndet werden. Wenn man selbst ins Eis eingebrochen ist, sollte man möglichst Ruhe bewahren. Wildes Rudern und Strampeln führt nur dazu, dass die Kräfte schneller erlahmen. Um andere Personen auf die eigene Notlage aufmerksam zu machen, sollte man laut um Hilfe rufen. Man kann versuchen, sich in Bauch- oder Rückenlage in Richtung Ufer flach auf das Eis zu schieben. Ist dies nicht möglich, stützt man sich mit dem Körpergewicht auf und bricht Scholle für Scholle weg. Gelingt die Selbstrettung nicht, sollte man sich möglichst wenig bewegen, damit die gegen Kälte isolierende Luftschicht in der Kleidung erhalten bleibt. Auf keinen Fall darf man die Kleidung im eiskalten Wasser ausziehen, da sie einen gewissen Schutz vor der Kälte bietet. Im Februar 2004 mussten die Taucher der Wiener Feuerwehr zwei Buben, die sich über eine halbe Stunde im eiskalten Wasser befunden hatten, bergen und an den Rettungsdienst übergeben. Es ist der Rettungskette, den Ärzten und dem Stand der Medizintechnik zu verdanken, dass die beiden überlebt haben. Seitens der Wiener Feuerwehr wird jedenfalls empfohlen, Kindern das Betreten von Natureisflächen ohne der Begleitung von Erwachsenen zu untersagen, da sie die Gefahren noch nicht richtig einschätzen können!
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